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| Angelikas Tagebuch |
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Wie immer - Angelika hat auch in diesem Jahr die Tageserlebnisse zusammen gefasst. Reisetagebuch Norwegen 01.07.2010 bis 24.07.2010 Was beginnt morgens um 4:40 Uhr? Unser erster Urlaubstag! Gestern noch im Stress, heute Morgen auch noch etwas, galt es doch noch die letzten Utensilien, die unbedingt mit auf die Reise nach Norge gehen sollten, im Wohnwagen zu verstauen. Während Norbert noch unter der Dusche stand lud ich halt noch die restlichen Sachen, vornehmlich Toilettenartikel, ein, so dass es nach einem kurzen Frühstück mit reichlich Kaffee dann endlich losgehen konnte. Das Wetter zeigte sich wie auch in den letzten Tagen vor dem Urlaub - super sonnig und vor allem super warm. Was sollte uns da in Norwegen erwarten? Wir hatten dort im letzten Jahr ja besonders viel Regen erlebt, da wäre es schön, wenn das Wetter auch in Norwegen so schön bleiben würde. Zunächst lagen aber einmal mehr die 852 Kilometer bis Frederikshavn in Norddänemark vor uns und die sind auch bei laufender Klimaanlage nicht auf "einer .....Backe" abzusitzen. Erst um 18:30 Uhr erreichten wir unser Ziel, diesesmal nicht wie gewohnt auf dem Nordstrand-Camping, schon ein paar Kilometer vor Frederikshavn ließen wir uns auf dem Svalereden-Camping nahe des Ortes Sæby nieder. Ein guter Tipp aus dem Norwegen-Freunde-Forum. Auch wenn es nur für eine Nacht sein sollte, der Platz war schön, direkt am Meer gelegen mit tollem Strand, auf dem wir nach unserer Ankunft auch noch ein paar Schritte machten. Die ersten Fotos wurden geschossen und Muscheln habe ich auch gesammelt - obwohl Norbert die als Dekoration bald nicht mehr sehen kann Frühstücken, noch mal zum Strand gehen, tanken und dann nur noch zum Fährhafen. Wir hatten die Stena Saga schon vom Campingplatz aus kommen sehen. Das Schiff war bei unserer Ankunft im Hafen schon entladen, daher konnten wir direkt nach Erhalt der Tickets auch in das Schiff einfahren. Schnell waren wir an Deck um den letzten Handgriffen vor dem Ablegen zusehen zu können. Pünktlich um 10 Uhr, wir sind es von der Stena-Line nicht anders gewohnt, löste sich das Schiff vom Kai und manövrierte zunächst rückwärts im Hafenbecken, so dass wir dann in Fahrtrichtung an den Hafenmolen vorbei in Richtung Norwegen starteten. Ein sonniger Tag auf See mit den üblichen Vorkommnissen erwartete uns - fahren, ohne selbst fahren zu müssen, einkaufen, Mittagsbuffet und anschließendes Nichtstun bis zur Einfahrt in den Oslofjord. Erst jetzt wurde es betriebsamer auf dem Schiff, erst jetzt fielen uns die vielen Touristen auf, die ihre Markenoutdoorkleidung zur Schau stellten. Ich bin ja der Meinung, dass schwere Wanderstiefel nicht unbedingt auf einem Fährschiff getragen werden müssen und die Drei-Lagen-Laminatjacke von XYZ auch im Koffer hätte bleiben können...aber es gibt halt Leute, denen ist ihr Status? wichtig, koste es was es wolle. Für mich einfach "oversized". So wie wir pünktlich abgefahren waren kamen wir auch pünktlich in Oslo an. Wieder einmal schlugen unsere Herzen schneller als der Volvo endlich norwegischen Boden unter die Räder bekam. Noch ein Stück in Richtung Süden wollten wir fahren, schließlich waren wir morgen schon mit unseren lieben Bekannten in Vanse verabredet. Erst in der Nähe von Stavern, südlich von Larvik, fanden wir für wieder nur eine Nacht einen Campingplatz. Eine große, hauptsächlich von Dauercampern belegte Anlage, hoffnungslos überteuert, dafür aber mit den besten Sanitäranlagen, die wir auf all unseren Norwegenreisen kennengelernt haben. Trotzdem, das allein rechtfertigt meiner Meinung nach nicht den vollkommen überzogenen Preis von 340.- NOK. Während ich mich gemütlich im Wohnwagen aufhielt und den Tag ausklingen ließ, vertrat sich Norbert noch ein wenig die Beine und unternahm noch einen Spaziergang bis an die Schärenküste. Aber auch er war bald zurück und so beendeten wir den Tag, der entspannter kaum hätte sein können. Viertelfinale in der Fussball-Weltmeisterschaft - Deutschland gegen Argentinien - Fussballmuffel bleibt Fussballmuffel! Da ändert auch ein Besuch bei Andreas, Tatjana und deren Kinder in Vanse nichts daran. Wir waren bei unseren Freunden eingeladen, doch bevor wir uns vom vergangenen Jahr erzählen konnten musste ich mir als Fussballmuffel auch noch das Fussballspiel ansehen. Nun gut, 4:0 für Deutschland ist schon ein imposantes Ergebniss, ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mich mehr oder weniger gelangweilt habe. Die Männer waren da ganz anders gestrickt, die unterhielten sich auch während des Spiels ganz prächtig und verputzten schon das eine oder andere Bierchen. Typisch, Männer halt - obwohl Norbert so richtig viel mit Fussball auch nicht anfangen kann. Aber zur WM erwacht wohl doch so etwas wie Nationalstolz, sein Herz schlägt aber für Norge, das weiß ich! Nach dem Fussballspiel rauchte der Grill, nun fanden wir wieder richtig zueinander. Beim gemeinsamen Abendessen wurde der Tag länger und länger, wir hatten uns so viel zu erzählen, da reichte der Besuch heute einfach nicht aus. Gerne nahmen wir daher das Angebot von Tatjana an, morgen noch einmal zu einem gemeinsamen Spaziergang nach Vanse zu kommen. Wir haben schließlich Urlaub, keine Terminverpflichtungen, warum sollten wir nicht noch einmal kommen? Schließlich sehen wir uns ja nur einmal im Jahr, da wollen wir jede Minute mitnehmen und genießen. Schon früh hatte Norbert beschlossen ein Bad im Meer zu nehmen. Wenn auch nicht so warm wie am Mittelmeer, Norbert brauchte dennoch nicht lange um sich zu erfrischen. Trotz des schönen Wetters und der sonnigen Tage zuvor, mir war es immer noch zu kalt im Wasser, ich konnte mich nicht mit den Temperaturen darin anfreunden. Füße und Finger rein, brrr, nein danke! Mir reichte da die Dusche. Während Norbert noch seine Bahnen zog bereitete ich schon einmal das Frühstück vor, draußen versteht sich. Schon wieder schien die Sonne und wärmte die Luft auf sommerliche Temperatur. Erst zur Mittagszeit waren wir wieder in Vanse verabredet. Wir unternahmen gemeinsam mit unseren Freunden Andreas und Tatjana einen gemeinsamen Spaziergang zum Bønsbakken. Leider zog es sich mit fortschreitendem Nachmittag immer mehr zu, so dass wir bald umkehrten und zusammen nach Vanse zurück fuhren. Leider hatte sich mit der sich immer mehr hinter den Wolken versteckten Sonne auch der Strand- bzw. Badetag an der Küste der Halbinsel Lista erledigt. Ein paar wenige Regentropfen fielen leider auch noch, somit verzogen wir uns ins Haus. Es gab noch so viel zu erzählen, Bilder wurden gezeigt, es verging die Zeit einmal mehr wie im Flug. Bald schon dämmerte es und so verabschiedeten wir uns erneut - diesmal bis zum nächsten Jahr. Weiterreise. Wir verließen den Campingplatz Lomsesanden schweren Herzens, wir sind immer wieder gerne hier, doch es warteten noch neue und unbekannte Ziele auf uns. Dem RV 44, besser bekannt als Nordsjøvegen, folgten wir bis nach Brusand. Nun, der Ort ist erst mal gar nicht neu für uns, schon vor zwei Jahren waren wir hier, auch stehen wir tatsächlich auf dem gleichen Platz wie damals. Was den Unterschied ausmacht ist aber das Wetter. Heute zeigte sich der Himmel mehr oder weniger wolkenlos, es herrscht zwar ein recht stürmischer Wind vor, der scheint aber an der Küste normal zu sein. Da es die Zeit zuließ unternahmen Norbert und ich noch einen Spaziergang entlang der Ogna-Bucht. Für Norbert bedeutete das viel mit seiner neuen Kamera zu experimentieren, ich bestaunte derweil die Ergebnisse seiner Fotoleidenschaft und gab mich nebenbei ganz den heranrollenden Wellen hin. Mit lautem Getöse krachten die auf die großen, an der Uferzone liegenden Steine und spritzten dann hoch empor. Immer wieder ein faszinierendes Schauspiel, das so gar nicht einfach in Bildern festzuhalten geht. Wir haben uns lange hier aufgehalten, haben die Luft geschmeckt und gerochen, haben den Möwen zugesehen und -gehört, wir haben es einfach genossen Norwegen mal so ganz anders zu erleben. Auch heute erwartete Norwegen uns von einer gänzlich unbekannten Seite. Unsere erste wirklich geplante Tour führte uns zum Synesvarden, einem Aussichtspunkt hoch in der Kornkammer Norwegens. Doch was heißt hier hoch, Jæren ist von der Eiszeit ziemlich flach geschliffen und gilt als Gletschermoränenlandschaft ohne nennenswerte Erhebungen, da ist der Synesvarden mit 360 Metern Höhe schon eine der höchsten Gipfel. Der Blick reichte aber trotzdem weit in alle Himmelsrichtungen. Das Meer glitzerte silbern am Horizont im Westen, die Hügellandschaft Südnorwegens ist auch noch so gerade zu erkennen, im Osten erheben sich die Berge des Rogalandes und im Norden grüßt Stavanger mit seinen Vororten. Ein weiteres Highlight auf unserem Weg stellt "Mor Norge" dar. Eine unvollendete Steinstatue einer alten Frau, Mutter Norge darstellend, blickt von einem hohen Felsblock auf die Weiten von Jæren herab. Warum nur blickt diese Steinfrau so grimmig drein? Zurück ging es dann über meist baumlose Hügel zum Gauleksvarden. Auch von diesem mit 306 Metern schon deutlich niedrigerem Aussichtspunkt genossen wir noch einmal die Rundumsicht, bevor uns der Weg durch dichten Tannenwald, später vorbei an verschiedenen Höfen, zurück zum Auto führte. Zufrieden nach unserer ersten Tour nahmen wir im Auto Platz und Norbert steuerte den Volvo vorsichtig über den Feldweg, der zum Parkplatz geführt hatte, doch dann - krach - setzte der Volvo derart hart auf den Untergrund der eigentlich nur etwas besseren Trekkerspur auf, dass es eine tiefe Beule in den Unterboden gedrückt hat. Gott sei Dank waren keine lebenswichtigen Bauteile des Fahrzeuges beschädigt, sonst hätte hier unser Urlaub schon zu Ende sein können. Weiterreise. Unsere nächstes Ziel lag noch ziemlich weit nördlich von uns, eine Wanderung am Nærøyfjord stand für uns auf dem Plan. Wir haben aber aus verschiedenen Urlauben gelernt, dass es in Norwegen mit Wohnwagen hinten dran nicht so schnell vorwärts geht. So war es uns schon zur Abreise klar, dass wir wohl nicht so weit vorstoßen werden, zumal Norbert wieder Straßen fahren wollte, die wir noch nicht kannten. Der Weg führte uns zunächst über Stavanger. Trotz der Betriebsamkeit vieler Menschen, trotz des für Norwegen eher ungewöhnlichen Straßenlärms, hierher sollten wir noch einmal kommen. Ich bin überzeugt davon, dass Stavanger bei schönem Wetter eine Menge zu bieten hat. Norbert hat ja vor zwei Jahren schon davon erzählt, gerne würde ich selbst mal schauen wollen. Doch das bitte bei gutem Wetter und nicht so wie heute. Heute regnet es nämlich die sprichwörtlichen Bindfäden. So zogen wir weiter, der Europastraße 39 durch zwei unterseeische Tunnel folgend mit anschließender Fährfahrt, weiter an Haugesund vorbei bis zur Insel Stord. In der Nähe des Örtchens Jektavik haben wir dann Schluss gemacht für heute. Der Campingplatz war jetzt nicht so wirklich der Knaller, für eine Nacht sollte er aber reichen. Sicherlich hätten wir noch ein paar Kilometer mehr fahren können aber Norbert wollte nun doch noch das Fussball-WM-Halbfinalspiel Deutschland gegen Spanien sehen. Noch im Regen baute er daher die Satellitenschüssel auf. Kein ganz einfaches Vergnügen, stand doch entweder ein Baum oder die Böschung zur E 39 im Weg. Heute half dann nur unser extra langes Antennenkabel weiter. Mich hätte es als Fussballmuffel nicht gestört wenn wir mal ausnahmsweise keinen Fernsehempfang gehabt hätten... Kleine Genugtuung für mich: Deutschland wird kein Weltmeister in diesem Jahr! Bei wenig Verkehr und zum Morgen schönem Wetter setzten wir wie besprochen unsere Reise nach Gudvangen fort. Mit der Fährfahrt von Sandvika nach Haljem begann die Reise ziemlich entspannt, erst im Großraum Bergen wurde der Verkehr dann wieder dichter und erforderte etwas mehr Konzentration, zumal ich als Navigator ja auch den rechten Weg nicht aus den Augen verlieren sollte. Es schien sich aber zu bestätigen das Bergen ein Regenloch ist. Kaum waren wir dort, öffnete der Himmel wieder seine Pforten. Erst mal egal, wir saßen ja im Auto. Hoffentlich wird das Wetter in Gudvangen besser, bei Regen macht es nämlich nicht viel Sinn entlang des Nærøyfjorden zu wandern. Und was soll ich sagen, es wurde einfach nicht besser. Im kleinen, eigentlich nur von Touristen belagerten Ort Gudvangen, besuchten wir aber trotzdem das Touristikinformationsbüro und erkundigten uns nach der Wetterlage. Die war aber alles andere als vielversprechend, so überlegten wir gar nicht lange und setzten unsere Reise nach einer kleinen Mahlzeit fort. Unsere heimliche Liebe Luster, dort speziell der Dalsøren-Camping, lockte uns. Ist aber von Gudvangen auch nicht gerade um die Ecke, so kamen wir erst zum Abend in Luster an. Thomas Dalsøren sen. begrüßte uns gewohnt herzlich, das allein ist für uns Grund genug, immer wieder gern hier Gast sein zu wollen. Entgegen der Voraussage des Touristenbüros in Gudvangen war das Wetter in Luster stabil, ein paar Wolken zwar, die aber unser Ritual nach der Ankunft auf unserem Lieblingsplatz nicht störten: Auf dem Bootssteg des Campingplatzes sitzen, die Beine im Wasser baumeln lassen und dabei ein Fläschchen Sekt trinken! So lässt sich der Urlaub genießen. Unsere Vorräte mussten einmal wieder aufgefüllt werden, da bot sich doch auch eine Fahrt nach Gaupne an. Im dortigen Einkaufscenter Pyramiden, dem einzigen wirklichen Highlight in diesem eher von Kleinindustrie geprägten Ort, gönnten wir uns neben einem Softeis, den obligatorischen Einkäufen auch einen neuen Wanderführer vom Jotunheimen. Schnell waren daraus die ersten Ziele gesichtet und da es von Luster, unserem Standort für ein paar Tage, nicht so weit weg ist bis in die Gebirgswelt des Jotunheimen, beschlossen wir noch während des Einkaufes zum Nachmittag einen Spaziergang am Tindevegen in der Nähe von Turtagrø. Bei sommerlich warmen Wetter starteten wir am Lustrafjord und waren überrascht ob des Temperatursturzes im Gebirge. Nun hatten wir uns so gar nicht darauf vorbereitet, ein paar Schritte nur, dann musste ich entsetzt feststellen, dass es mir im T-Shirt tatsächlich zu kalt war. Auch der heftige Wind sorgte für die entsprechende Abkühlung. So machte es wenig Sinn auch nur eine kurze Strecke zum Aussichtspunkt Steganosi zu gehen. Norbert war da schon etwas abgehärteter, der ging noch einmal los und genoss leider ohne mich die tolle Aussicht hinab nach Skjolden, der Alm Furåsen und den Lustrafjord. Heute waren wir beide besser vorbereitet! Schon im letzten Jahr haben wir die Alm Dulsete im Mørkridsdalen besucht, heute wollten wir aber einen anderen Weg dorthin gehen. Der erste Teil des Weges führte uns über bekannt Pfade, erst am Bergsee Storatjørni verzweigte sich der Weg und führte uns auf die wenig begangene Westseite des Flusses Mørkridselva. Die Hängebrücke machte eigentlich einen ganz soliden Eindruck, Norbert hatte aber dennoch größten Respekt vor dem schaukelnden Bauwerk. Ich ammüsierte mich prächtig während Norbert sichtlich verkrampft einen Fuß vor den anderen setzte. An der Westseite des Flusses stellte sich die Vegetation ähnlich abwechslungsreich dar wie wir sie schon im letzten Jahr an der Ostseite erlebt haben, nur der Weg war eindeutig weniger begangen. Durch teils hüfthohes Gras marschierten wir immer weiter in das Mørkridsdalen, schließlich öffnete sich dieses zu einem Talkessel, in dem ganz idyllisch auch eine kleine Badebucht am Fluss lag. Wäre das Wasser des Flusses nicht so sehr erfrischend, hier hätte man den ganzen Tag in der Sonne liegen und baden können. Gleich hinter dem Wasserfall Bolifossen stieg der Weg dann steil an, wurde zunehmend unwegsamer und nur noch vereinzelte Spuren wiesen darauf hin, dass es sich hier um einen Wanderweg handelt. Ein paar Hütten kamen bald in Sicht und auf der gegenüberliegenden Uferseite erstreckte sich die Lichtung und Hochalmfläche der Dulsete. Dort waren Menschen beschäftigt ihre Hütten herzurichten, die Hütten auf unserer Flussseite waren aber allesamt unbewohnt. Vergebens versuchten wir hinter den Hütten dem Weg weiter bis zur Alm Dalen zu folgen, doch es fehlten nun jegliche Hinweise auf einen regelmäßig begangenen Weg. Hier und da war das Gras zwar herunter getreten, es hätten aber auch Wildwechsel sein können. Nach mehreren ergebnislosen Versuchen weiterzukommen, entschieden wir hier an dieser Stelle abzubrechen. Nur durch das Unterholz zu kämpfen konnte dann nicht die Erfüllung sein. Da es keine Möglichkeit für uns gab auf die östliche Uferseite der Mørkridselva zu gelangen um auf der Seite der Dulsete wieder zurück zu gehen, mussten wir den gleichen Weg gehen, den wir gekommen waren. Wir haben es aber gelernt, die veränderte Gehrichtung erlaubt auch andere Perspektiven, die wir so auch genossen haben. Erst am Campingplatz erfuhren wir davon, dass der Weg am Ostufer zur Alm Dalen nicht mehr gepflegt wird und so in der Sackgasse enden musste. Trotzdem, die Tour war klasse und die Eindrücke überwältigend, da war es nicht schlimm, dass die Tour eine Unvollendete geblieben ist. Das sind ja rekordverdächtige Temperaturen heute. Den ganzen Tag haben wir bei deutlich mehr als 25°C in der Sonne gesessen, so richtig die Seele baumeln lassen. Ein Tag mal so rein gar nichts tun gehört irgendwie auch einmal dazu, heute war so ein Tag. Und die Nacht brachte auch nicht die gewünschte Abkühlung. Vom Tag aufgeheizt erwies sich der Wohnwagen als sehr gut isoliert, wir hatten so unsere Probleme mit der immer noch herrschenden Temperatur, sowohl im als auch außerhalb des Wohnwagen. So extrem haben wir den Sommer in Norwegen noch nicht erlebt. Erst diverse geöffnete Fenster ergaben dann den Lufthauch, der uns schließlich einschlafen ließ. Mal wieder war ein Abreisetag gekommen. Es fällt uns hier in Luster immer besonders schwer Abschied zu nehmen, zu gerne sind wir hier und genießen den ausgesprochen gastfreundlichen Aufenthalt bei der Familie Dalsøren. Aber es reizten uns noch andere Ziele, die Wetterprognosen ließen jedenfalls darauf hoffen, dass Norbert endlich einmal zum Kattanakken am Ende des Oldedalens aufsteigen konnte. Ich habe in diesem Jahr auf Grund meiner körperlichen Angeschlagenheit jegliche Ziele die einen längeren Aufstieg erfordern, abgehakt. Gesundheit geht vor und nach dem Urlaub wartet ja das Krankenhaus und eine Operation an der Halswirbelsäule auf mich. Ich mag Norbert aber nicht bremsen, wenn er mag und dazu in der Lage ist, soll er seine Touren machen und sich seine Träume erfüllen. Um in das Oldedalen, hier einmal wieder mehr auf einem weiteren Platz der zu unseren Favoriten gehört, nämlich der Gryta-Camping, zu gelangen, befuhren wir altbekannte Straßen, die trotzdem immer wieder eine Herausforderung an Norberts Fahrkünste darstellten. Der RV 60 von Utvik nach Innvik ist zwar an verschiedenen Stellen entschärft worden und es wird auch weiterhin an einer Verbreiterung der für den Schwerlastverkehr nicht mehr tragfähigen Straße gebaut, es befinden sich aber immer noch diverse Engpassagen dazwischen. Und eben genau in einer solchen Engstelle kam es dann zum Showdown. Ein riesiger Lastwagen mit Auflieger kam uns entgegen, gefolgt von einer ganzen Schlange PKW's. Auch hinter uns hatten sich ein paar PKW's versammelt. Weder für uns noch für den LKW-Fahrer war es daher möglich zurück zu fahren an der Stelle, die vielleicht gerade 5 Meter breit war und zu allem Uberfluss auch noch in einer langgezogenen Kurve lag. Die PKW-Fahrer haben dann doch geschaltet und uns beiden ein wenig Platz zum Rangieren eingeräumt. Den brauchten wir aber auch dringend, schließlich bewegte sich der LKW nur eine halbe Reifenbreite am Rand zum Fjord entfernt und wir schon mit dem Reifen des Wohnwagen in der Senke, die wohl so eine Art Gosse bildete und zur Felswand entlang der Straße abfiel. Ich wollte nicht hinschauen, doch blieb mir nichts anderes übrig als mich aus dem Beifahrerfenster zu lehnen - aussteigen war nicht mehr möglich - und Norbert Anweisungen zu geben, wie weit der Wohnwagen noch von den spitzen Felskanten entfernt war - und es war oft weniger als 2 Finger breit! Auch der Lkw-Fahrer hatte sein Gefährt im Griff, Millimeter um Millimeter manövrierten wir aneinander vorbei, immer wieder etwas vor, dann wieder ein Stück zurück, korrigieren und ein neuer Versuch. Die ganze Aktion dauerte sage und schreibe zwanzig Minuten, eine Ewigkeit für mich und eine Geduldsprobe für alle Beteiligten. Schließlich gelang uns dann doch das, woran ich fast schon nicht mehr geglaubt habe: wir haben es geschafft ohne Kratzer oder Beulen, weder am Auto, noch am Wohnwagen und erst recht nicht am LKW, aneinander vorbei zu kommen. Ich war geschafft und Norbert atmete auf. Danke an die Norweger, die sicher hätten weitergewollt, uns aber die Zeit zum Rangieren gelassen haben. Ob man den norwegischen Wettervorhersagen trauen kann? Wir hatten so unsere Zweifel daran, schließlich sollte es ja in den nächsten Tagen heiter sein, ein paar Wolken zwar aber immer trocken. Leider mussten wir im Oldedalen feststellen, dass die Vorhersage sich wohl auf andere Gebiete bezog, bei uns im Tal hatten sich die Wolken festgesetzt, verhüllten die Bergspitzen mehr und mehr und auch der Regen ließ nicht lange auf sich warten. Kein Wetter um bergwandern zu gehen. Autosightseeing stand daher auf dem Plan. Schon an der Rezeption des Gryta-Camping fielen uns die Hinweise zum Kannestein auf, daher beschlossen wir, uns diese Sehenswürdigkeit einmal aus der Nähe anzuschauen. Die Fahrt zur Insel Vågsøy ist nun nicht wirklich mit Highlights gespickt, eigentlich ziemlich eintönig fuhren wir bei immer noch bedecktem Himmel immer am Nordfjord entlang. Auch der Hauptort der Insel, der Ort Måløy bietet außer der Brücke über den Sund nicht besonders viel. Den Hinweisen zum Kannestein folgend wurden die Straßen immer schmaler, schließlich endete der Weg an einem kleinen Parkplatz mit dem Hinweis auf den Kannestein. Viele runde, von den Gezeiten glattgeschliffene Findlinge lagen am Ufer, nur der eine Stein war so ganz anders, obwohl man ihn eigentlich größer vermuten würde. Ein wenig enttäuscht war ich tatsächlich. Die anderen Touristen nervten hier ungemein, selbst wenn man ein schönes Motiv mit dem Kannestein gehabt hätte, immer wieder waren Personen mit auf dem Bild. Es dauerte daher eine ganze Weile bis auch wir unsere obligatorischen Bilder vom Kannestein gemacht hatten. Wenn wir schon mal hier auf Vågsøy sind wollten wir uns auch noch das sturmumtoste Kråkenes Fyr ansehen. Kaum ein Bildband oder Kalender, der nicht das kleine Leuchtfeuer abbildet, an dessen Felsen sich die Wellen des Atlantik brechen. Kråkenes Fyr war für mich viel mehr ein "Must see" als der Kannestein, hier an der Westküste der Insel rauschten die Wellen tatsächlich mit einer Urgewalt an, dass es mir fast die Sprache verschlug - und wir hatten bei weitem noch keinen Starkwind an diesem Tag. Dennoch klatschten die Wellen so heftig vor die Felsen, dass die Gischt hoch empor schleuderte und wir den Eindruck bekamen, was Naturgewalt so anstellen kann. Auch wenn wir uns vornehmlich mobil fortbewegt haben heute, wir kamen mit beeindruckenden Erinnerungen und auch ein paar schönen Fotos zurück. Ich hatte es mir so schön vorgestellt. Schon die Anreise nach Geiranger war heute einzigartig. Noch immer hingen die Wolken im Oldedalen fest, ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die sich noch erheben und die Berge ringsum wieder zu sehen sein würden. Warum sollte das auf der Fahrt nach Geiranger so anders sein? Der RV 63 entlang des Djupvatnet, vorbei an der Auffahrt zum Dalsnibba, zeigte sich mehr oder weniger im Nebel, nur vereinzelt hatten wir hier den Eindruck, dass die Sonne gegen die Wolken zu kämpfen begann. Es wurde heller, hier und da gelangten dann tatsächlich die Sonnenstrahlen zu uns durch. Ein im Gebirge immer wieder sehenswertes Schauspiel, wenn die Strahlen wie einzelne Spots die Szenerie beleuchten. In Geiranger tobte, wie eigentlich immer während der Touristensaison, der Bär. Gut, dass wir hier ja nicht bleiben wollten, der Ort Homlong in der Nähe war unser heutiges Ziel. Von dort wollten wir gemeinsam eine leichte Tour zur Alm Homlongsetra gehen. Das Auto stellten wir am Ende der Straße auf einen kleinen Parkplatz ab, nur ein paar Meter der Straße folgen bis zu einem Gasthaus und gleich dahinter stieg der Pfad dann schon steil an. Ich hatte ja in diesem Urlaub so meine Mühe mit Allem, was steil aufstieg und wenn dann noch glatte, nasse und mit Moos bewachsene Felsplatten den Weg kreuzen ist für mich schnell Schluss. Ich versuchte noch meinen Weg irgendwie fortzusetzen, die Angst vor einem Sturz mit womöglicher Verschlechterung meines Zustandes, speziell der Halswirbelsäule, an der ich ja nach dem Urlaub operiert werden würde, ließ mich aber zu der Entscheidung kommen, dass es besser wäre Norbert allein weiter ziehen zu lassen. So recht war sich der aber auch nicht einig ob er mich nun zurück lassen sollte, erst die mehrfache Versicherung, dass ich nichts dagen habe, ließ ihn dann endlich gehen. Warum sollte Norbert auf eine schöne Tour verzichten? Ich gönne ihm den Urlaub ja schließlich auch und gearbeitet hat er zuhause ja nun auch genug, da muss ich ihn nicht in seinen Unternehmungen beschneiden. Mir kullerten aber die Tränen, ich wäre so gerne mitgegangen. Es dauerte eine ganze Weile bis Norbert wieder zurück kam. Er hatte so viel zu erzählen, von toller Aussicht und der Ruhe oberhalb des Geirangerfjordes, von den fast zu übersehenden Almhütten der Homlongsetra, die so richtig eng an den Berg geschmiegt zu stehen scheinen und von den Wanderen, die noch während Norberts Abstieg im Aufstieg begriffen waren. Es tat mir leid, dass ich es selbst nicht erlebt habe. Die Bilder, die Norbert ja jetzt mit seiner Digitalkamera macht, habe ich mir jedenfalls nach der Rückkehr zum Wohnwagen am Fernseher angesehen. Ich denke, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im nächsten Jahr bin ich wieder fit, dann möchte ich auch noch einmal dorthin, wo ich in diesem Jahr nicht in der Lage zu bin... Sehen wir mal vom Einkaufsbummel in Stryn ab, ist heute einmal wieder so ein Tag im Urlaub, an dem wir so recht entspannt haben. Das Wetter zeigt sich richtig "norgemäßig", soll heißen, Wolken, die die Bergspitzen verhüllen, nur ab und zu Sonne bis zu uns herunter, hin und wieder ein paar Tropfen Regen aber Temperaturen, die wir hier in Norwegen so sommerlich noch nicht so oft erlebt haben. Norbert hat sich schon bei Linda, der Frau von Dagfinn, dem Campingplatzbeteiber, erkundigt. Morgen steht einem Aufstieg zum Kattanakken nichts mehr im Wege, das Wetter soll in der Nacht aufklaren und bis zum Abend stabil bleiben. Beste Voraussetzungen zum Aufstieg, den ich aber, wie schon erwähnt, nicht mitmachen werde. Die Aufregung von Norbert, der sich ja sehr darauf freut endlich mal wieder eine schöne Bergtour zu machen, die er sich ja schon so oft vorgenommen aber nie vollendet hat, war irgendwie ansteckend. Immer wieder verließ er des Abends den Wohnwagen, schaute sich fast noch zweifeld den mittlerweile wolkenlosen Himmel an. So recht konnte er dem Wetterbericht noch keinen Glauben schenken, auch ich glaubte fast nicht daran. Wäre aber schade, wenn auch der dritte Versuch den Kattanakken zu besteigen, nicht klappen würde. Ich drücke ihm für morgen jedenfalls die Daumen. Schon früh war Norbert auf, er hatte sich sogar einen Wecker gestellt um möglichst zeitig aufzustehen, wenn das Wetter der Voraussage entsprechen sollte und ein Aufstieg zum Kattanakken zuließ. Noch war es ziemlich verschlafen auf dem Campingplatz, das Wetter war aber tatsächlich so wie vorher gesagt. Schon machte sich Unruhe breit, ein Frühstück, ein paar Sachen noch in den Rucksack, Wanderstöcke und -schuhe ins Auto und schon war Norbert verschwunden. Ich war in Gedanken bei ihm, wusste, dass ich wohl bis zum Abend allein sein werde. Der Auf- und Abstieg war mit 8 Stunden veranschlagt, da sollte es wohl bis zum Abendessen dauern, bis Norbert zurück kommt. Ich freute mich trotzdem für ihn, obwohl ich gerne mitgekommen wäre. Über das Handy hatten wir ja Kontakt und ich wusste ja aus dem Vorjahr, dass Norbert nur soweit geht, wie er es sich selbst zutraut. Und sollte tatsächlich was unvorhergesehenes passieren, er würde mich anrufen. Es war dann schon nach 18 Uhr als ich endlich von ihm hörte. Er war schon im Abstieg und meldete mir, dass es wohl noch bis bestimmt 20 Uhr dauern würde, bis er wieder am Wohnwagen sei. Auch wenn er schon am Telefon ganz euphorisch erzählte, ich freute mich auf seine Erzählungen wenn er zurück war und vor allem auf seine vielen Bilder, die es mir auf diese Art ermöglichten, mit auf Tour gegangen zu sein. (Bemerkung: Norbert erzählt von der Tour auf den Kattanakken in der Galerie von Bild 49 bis 55) So lange wie in diesem Jahr waren wir wohl noch nie während unserer vergangenen Urlaubsreisen auf dem Gryta-Camping im Oldedalen gewesen. 5 Tage haben wir hier unseren Aufenthalt genossen, nun wurde es mal wieder Zeit den Standort zu wechseln. Wir hatten einen weiten Sprung in das östliche Jotunheimen geplant, nicht ohne den Gedanken daran zu haben, von dort aus auch einen möglichst komfortablen Ausgangspunkt zu finden, von dem wir dann auch die Rückreise in den Süden starten konnten. Wir ließen es trotzdem ruhig angehen, machten zur Mittagszeit noch eine ausgedehnte Pause in Lom und verspeisten dort auch noch einen Hamburger. Selten habe ich so einen guten Hamburger gegessen. Wenn es die (Tages-)Zeit erlaubt und wir wieder einmal eine Durchreise durch Lom unternehmen, hier werden wir bestimmt noch einmal Stopp machen und uns an der Gatekjøkken in der Tankstelle verpflegen. Erst zum Nachmittag erreichten wir dann schließlich Maurvangen mit seinem Fjellcampingplatz. Ein etwas unaufgeräumtes Areal, ein Naturcamp eben, das sicher so manchen Wanderer beherbergt, der auch die Nationalwanderung Besseggen geht oder gegangen ist. Nein, wir wollten nicht über den Besseggen, nicht in diesem Jahr. Später vielleicht noch einmal, in diesem Jahr sollte es aber die Alternativroute entlang des Sees Gjende sein, auf der wir wandern wollen. Fast schon zu spät kamen wir in Gjendesheim am Bootsanleger der Schiffe an, die den Fährbetrieb über den See Gjende bedienen. Eigentlich sollte nur das ältere der Gjendeboote, die Gjende III, fahren, in anbetracht der vielen Touristen und Wanderer wurde dann aber auch kurzerhand die Gjendine, das neuere und vor allem schnellere Boot klar gemacht. Wir bekamen dort Platz. Von der ersten Station in Memurubu, hier starten dann auch die meisten Wanderer zur Tour über den Besseggen, wollten auch wir zurück nach Gjendesheim. Schon wenige Meter hinter der Anlegestelle waren wir ziemlich allein und was uns besonders auffiel war die üppige und überaus vielfältige Vegetation entlang dieses Bergsees. Wir konnten uns kaum satt sehen, immer wieder machte Norbert Bilder und auch ich entdeckte immer wieder neue Perspektiven von immer wieder neuen Motiven. So waren wir schnell in zeitlichem Verzug. Wir wussten warum wir in Memurubu gestartet waren... Was eine Tour von 4 Stunden sein sollte haben wir problemlos auf das Doppelte gestreckt, allerdings haben wir auch viele Pausen gemacht und uns der wirklich atemberaubenden Natur hingegeben. Es ist einfach toll hier und bald ist auch der Wunsch erwacht, dass es hier noch so vieles andere zu erwandern gilt. Wir werden wiederkommen müssen. Irgendwann schlauchte mich die Wanderei dann doch etwas, schließlich führt der Weg nun auch nicht immer direkt an der Uferlinie entlang. Hier und da mussten wir auch ein paar Meter aufsteigen und auch die Geröllfelder unter dem Bandet forderten meine ganze Konzentration. Erst spät, der Parkplatz in Gjendesheim hatte sich deutlich geleert, erreichten wir den Ort, von dem wir des Vormittags gestartet waren. Ich war fix und fertig aber trotzdem zufrieden, diese Tour geschafft zu haben. Im nächsten Jahr bin ich bestimmt besser drauf was meine Kondition und Konstitution angeht, dann werde ich bestimmt noch mehr erleben wollen. Es ist doch nicht zu fassen. Manchmal frage ich ich ernsthaft worüber ich berichten soll, wenn es mir versagt ist, etwas zu erleben. Mich plagt tatsächlich der Muskelkater - Beweis genug, dass ich schon lange vor dem Urlaub hätte damit anfangen sollen an meiner Kondition zu arbeiten. Irgendwie ist es schon erdrückend, ich hatte mir so viel vorgenommen und dann bin ich einfach nur platt. Norbert hatte keine Lust den ganzen Tag im Wohnwagen zu verbringen, den zog es noch ein wenig nach draußen zu einer Tour auf die Sikkilsdalshø. Schon wieder konnte ich ihn nicht begleiten und schon wieder waren es nur die Bilder nach seiner Rückkehr, die es mir erlaubten, mir einen Eindruck von der Tour zu machen. An unserem letzten Abend in Maurvangen zeigte sich der Abend rot glühend. Ein gutes Zeichen? Wir hofften jedenfalls darauf, dass unsere letzten Tage in Norwegen noch so stabil bleiben würden, wie wir es bisher erlebt haben. Wir sind uns im Klaren darüber, Norwegen ohne Regen ist eher selten aber bitteschön nicht an unseren letzten Tagen. Morgen geht es erst mal weiter wieder Richtung Süden, die nächste Station ist Eidfjord. Irgendwie passte die alte Bauernweisheit "Abendrot - Schönwetterbot' " nicht, schon in der Nacht fielen ein paar wenige Tropfen und während unserer Reise nach Eidfjord wurde das Wetter immer schlimmer. Die Valdresflya war schon tief von Wolken verhangen, auch wenn das Gelände eine Fernsicht erlauben würde, reichte uns der Blick nur bis an die Wolken heran, die schnell über das Fjell zogen. Es regnete noch in Beitostølen, in Fagernes ebenso wie in Gol und in Geilo. Und während wir hier die Hochfläche der Hardanger Vidda passierten kam zum Regen noch ein ganz empfindlicher Wind hinzu. Es war einfach ungemütlich hier und erinnerte gar nicht an die schönen Tage des Urlaubes, an denen wir den Sommer so richtig genossen haben. Nicht einmal am Vøringfossen haben wir angehalten, zu sehr regnete es hier und die Wolken hatten sich bis tief in das Måbødalen gepresst, so dass auch eine schöne Sicht eher zweifelhaft gewesen wäre. In Øvre Eidfjord haben wir uns dann - wir sind halt Wiederholungstäter - auf dem Sæbø-Camping niedergelassen. Die Wiesen dort standen schon mächtig unter Wasser und wir befürchteten uns festzufahren, daher suchten wir einen möglichst geraden Platz ohne großartig rangieren zu müssen. Abgehängt, abgestützt, Vorzelt und Satellitenschüssel aufgebaut und den Rest des Abends im Wohnwagen verbracht. Weitere Unternehmungen hätten uns nur noch einen nasseren A.... beschert. Es regnet immer noch und da wir uns ja eigentlich schon auf der Rückreise befinden, haben wir für die Stationen, an denen wir noch einmal übernachten müssen, gar keine Planung entwickelt. Erst hier vor Ort haben wir uns entschieden, dass es wohl besser ist in Anbetracht des Wetters nur überdachte Unternehmungen durchzuführen. Gleich hinter dem Ort Eidfjord, nur wenige Kilometer von unserem Stellplatz entfernt, zweigt der Simadalsfjord ab. An sich ist das nichts besonderes, einzig das tief im Berg gebaute und immerhin zweitgrößte Kraftwerk Norwegens, lockt so manchen Besucher hierher. Auch wir wollten uns das Kraftwerk ansehen, mussten allerdings noch warten bis eine Führung stattfand. Die Zeit bis dahin vertrieben wir uns damit die nähere Umgebung zu erkunden. Es ist schon wirklich erstaunlich, da gibt es so viel zu sehen und erleben hier, da würde eine Woche des Urlaubes bestimmt nicht ausreichen. Kjeåsen zum Beispiel oder die Wanderwege am Ende des Sima- oder des Måbødalens. Auch die Nähe des Hardangerjøkulen lässt bestimmt noch die eine oder andere Tour zu. Im Kraftwerk sahen wir uns zunächst einen Film über die Entstehung des Kraftwerkes an. Ist schon ziemlich beeindruckend, was norwegische Ingenieure da geschaffen haben. Tief im Berg ist eine Turbinenhalle entstanden, die ihresgleichen sucht. Und wenn man dann im Film die Dimensionen auch der Maschinen gezeigt bekommt, die dort inmitten des Berges montiert werden und ihren Dienst versehen, dann ist es auch für mich technisch wenig versierten Besucher beeindruckend, das alles einmal live zu erleben. Die Turbinenhalle liegt etwa 700 Meter tief verborgen, ein Bus brachte uns durch einen einspurigen Stollen bis dort hin. Auch wenn nur ein paar ganz wenige Mitarbeiter im Kraftwerk arbeiten, wir mussten uns als Besucher kenntlich machen. Mit Helm und Sicherheitsweste ausgestattet erlebten wir dann die tatsächliche Größe. 200 Meter lang, 20 Meter breit und 40 Meter hoch, das sind Größen, da hätte die Stena Saga problemlos Platz drin gefunden. Norbert war aber etwas enttäuscht, nur die Spitzen der Generatoren waren zu sehen, die eigentliche Technik lag uns unter einem Zwischenboden verborgen. Am Abend ließ der Regen ein wenig nach. Ein paar Angler warfen noch ihre Ruten in den Eidfjordvatnet, ein paar Boote tuckerten auf den See hinaus und Norbert beschloss den Tag mit einem Spaziergang entlang des alten RV 7 am Ufer des Sees. Trotz der beginnenden Dämmerung und des eher bescheidenen Wetters sind ihm dort noch ein paar schöne Bilder von einer Ecke Norwegens gelungen, die wir sicher einmal wieder bereisen werden. So langsam wird die Zeit knapp. Es ist noch ein weiter Weg bis Kristiansand. Von dort werden wir in diesem Jahr das schöne Land Norwegen verlassen. Trotzdem ließen wir uns am Morgen alle Zeit, die wir brauchten. Wir frühstückten erst einmal in aller Ruhe bevor wir das Zelt und den Wohnwagen abbauten. Die Hoffnung stirbt zuletzt - wir haben vergebens gehofft, es blieb regnerisch. Mit nassen Anziehsachen verließen wir für dieses Jahr den Sæbø-Camping. Norbert wollte in jedem Fall noch bis in das Setesdal kommen, da war der Weg noch lang. Wir machten hier und da wohl noch ein paar Stopps, genossen die Landschaft aber erst in Höhe der Haukeliseter wurde das Wetter wieder besser und die Sonne zeigte sich mal wieder. Gleich sieht die Landschaft noch besser aus und selbst das für uns eher eintönige Setesdal zeigte seine schönen Seiten. Noch von der Nässe schwarz schimmernde Felsen säumten den Weg, irgendwie typisch für diese Gegend. In Rotemo haben wir dann auf dem Flateland-Camping unser letztes Quartier bezogen. Von hier sind es zwar auch noch diverse Kilometer bis nach Kristiansand, die schaffen wir aber locker bis zum Abend. Es war hier tatsächlich so schön, dass es sich noch einmal anbot in der Sonne zu sitzen. Bei einer Tasse Kaffee saßen wir noch lange draußen, erst als die Sonne hinter den Höhen des oberen Setesdals verschwunden war wurde es augenblicklich kühler. Wir zogen uns daher zurück und ließen den Tag ausklingen. Das letzte Frühstück in Norge ist aufgegessen, der Gedanke an das Unausweichliche heute Abend wird zunächst noch erfolgreich verdrängt. es fällt uns verdammt schwer hier unser letztes Quartier zu räumen, zumal das Wetter besser nicht hätte sein können. Fast schon mit einer auffallende Langsamkeit bewegten wir uns durch das Setesdal südwärts, blieben oft auch an schon bekannten Stellen wie dem Schleusentor am Byglandsfjorden stehen, machten dort auch eine ausgedehnte Pause - und kamen dennoch viel zu früh in Kristiansand an. Die Check-In-Schalter waren noch lange nicht geöffnet und Schlagbäume verriegelten das Gelände. Da es für uns mit einem 11-Meter-Gespann ja bekanntlich nicht so einfach war in Kristiansand möglichst citynah parken zu können, haben wir uns gleich vor die Check-In-Schalter gestellt. Wir waren nicht die allerersten dort, schon eine Familie aus Ostdeutschland stand dort mit dem Wohnmobil und wartete ebenso wie wir auf den Einlass in das Hafengelände. Da ein Check-In nicht vor 16 Uhr stattfinden sollte, brauchten wir halt nur pünktlich zurück zu sein um nicht den Verkehr zu behindern. Kristiansand wird für Norbert und mich wohl nie mehr werden als das Tor von oder nach Norge. Wir vermissen einfach das norwegische Gefühl hier, es ist uns zu laut, zu hektisch hier und die vielen Menschen stören auch irgendwie und passen so gar nicht in das Bild, das wir von Norwegen haben. Dennoch, wir stürzten uns auf der Fußgängerzone und Einkaufsstraße Kristiansands, in die Menschenmassen. Wir sind ja nun doch nicht so menschenscheu, dass wir uns nicht in einer Stadt zurecht finden würden. In Egon's, einem Schnellrestaurant, vertrieben wir uns die Zeit mit einem letzten Mittagessen. Wir wollten nicht mehr selbst kochen im Wohnwagen, da bot sich die schnelle Küche des Restaurantes an, zumal wir entspannt draußen im Schatten sitzen konnten und mit einer gewissen Distanz dem regen Treiben der Fußgänger zuschauen konnten. Irgendwann drängte die Zeit dann aber doch, wir mussten den obligatorischen Rundgang durch Kristiansand abbrechen und zum Hafen zurück kehren. Gut, dass wir uns etwas an den Fahrbahnrand gestellt hatten, als wir nämlich zum Wohnwagen zurück kamen war der Check-In schon im Gange. Bald standen wir auch auf der uns zugewiesenen Linie und von nun an warteten wir mehr oder weniger sehnsüchtig auf den FjordCat der Fjordline. Mal wieder hatte das Schiff unerklärliche Verspätung, ein Musterbeispiel an Pünktlichkeit ist die Fjordline ganz offensichtlich nicht. Mehr und mehr verzögerte sich auch die geplante Ankunft in Dänemark. Dort haben wir uns nämlich schon vor dem Urlaub einen Platz auf dem Campingplatz in Hirtshals reserviert. Nur sollten wir, wenn es irgendwie geht, bis 22 Uhr dort sein. Aber der FjordCat kam erst um etwas vor 22 Uhr in Kristiansand an, mit einer Verspätung von über 2 Stunden, da war es für uns gar nicht mehr so sicher, dass wir noch einen Stellplatz auf dem Campingplatz in Hirtshals bekommen würden. Aufgrund der Verspätung verlief die Verladung hektischer als gewohnt, die wartenden Fahrzeuge wurden schon der Reihen nach vorgefahren um direkt nach dem Ausladen der ankommenden Passagiere, einfahren zu können. Bald schon waren wir auch mit dem Gespann im Schiffsbauch verschwunden. Wir beobachteten noch die restliche Verladung vom Heck des Schiffes aus bis es deutlich zu vibrieren begann und aus den beiden Strahlrudern dicke Wasserfontänen hervor quollen. Augenblicklich setzte sich das Schiff in Bewegung, langsam zunächst, doch kaum waren die Hafengewässer Kristiansands hinter uns machte der Kapitän dann richtig Geschwindigkeit. Das Wasser schoss nun mit sicher 5 Meter hohen Fontänen aus den Strahlrudern, der Katamaran zitterte förmlich unter der urgewaltigen Kraft der Maschinen und flog förmlich mit fast 77 Stundenkilometern!!! über das Wasser. Viel zu schnell entfernte sich die Küste, kaum mehr waren die letzten Hügel Norwegens zu sehen, da erstrahlte ein Abendrot allererster Güte, fast schon zum Trost, über dem Skagerak. Mit entsprechender Verspätung erreichten wir Dänemark und begaben uns augenblicklich auf die Suche nach dem Campingplatz. Dieser hat zu unserem Erstaunen einen geöffneten Teil für spätankommende Gäste. Hier installierten wir uns für die Nacht, damit wir morgen ausgeruht die letzten Kilometer nach Hause bewältigen können. Die Nacht war kurz, zu kurz vielleicht. Ohne Stress und Hektik haben wir uns wieder reiseklar gemacht. Das letzte Frühstück ist gegessen, der letzte Abwasch getätigt, irgendwie beklemmend das Gefühl, jetzt tatsächlich die letzte Etappe nach Hause in Angriff nehmen zu müssen. Uns war es egal wann wir nach Hause kommen würden, daher ließen wir uns mit allem Zeit. Zeit mit dem Frühstück, Zeit mit dem Abbau und Zeit mit der Fahrt. Aber irgendwann ist die Uhr für unseren Urlaub abgelaufen, wir sind wieder auf der Autobahn. Unterwegs hören wir vom Drama während der Love-Parade in Duisburg. Da Norberts Tochter dort auch hin wollte, war die Sorge natürlich groß, doch ein Anruf bei Anna-Alicia zeigte, dass sie in Sicherheit und erst gar nicht nach Duisburg angereist war. Erleichterung mischte sich aber dennoch mit der lähmenden Gewissheit, dass während dieses doch friedlichen Events, Menschen gestorben sind. Es dämmerte schon als wir den Wohnwagen zum letzten Mal während der diesjährigen Reise abhängten. Der Kreis hat sich nach 4967 Kilometern geschlossen, wir sind wieder zuhause. Die ersten Minuten galten unseren drei Katzen, die uns ebenso herzlich empfingen wie wir uns darauf gefreut haben. Alles andere können wir morgen noch erledigen, nur die nötigsten Handgriffe noch, dann haben wir den Urlaub bei einer Flasche Bier auf dem Sofa sitzend beendet. Aus, vorbei! So schnell kann es gehen. Wieder sind über drei Wochen Urlaub vorbei. Selten haben wir so ein Glück mit dem Wetter gehabt. Ein letztes Mal habe ich hier meine Gedanken verfasst, im nächsten Jahr wird, wenn Norbert bis dahin ein schlüssiges Konzept entwickelt hat, die Internetseite anders präsentiert. Und ob dann noch Platz für meine Urlaubserinnerungen ist, bleibt erst mal fraglich. Trotzdem bedanke ich mich hier für Ihr und Euer Interesse. Angelika |
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