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| Angelikas Tagebuch |
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Wie jedes Jahr - Angelika schreibt wieder. Immer wieder greift Angelika zu ihrem Notizbuch und verfasst da in Stichpunkten den Tagesverlauf. Lesen Sie selbst, viel Spaß dabei! Reisetagebuch Norwegen 18.08.2009 bis 12.09.2009 Anna-Alicia, Norberts Tochter, wird es wohl nicht so toll gefunden haben, dass wir gerade an ihrem Geburtstag einmal wieder zur Reise nach Norwegen aufgebrochen sind. Lange haben wir auf diesen Moment gewartet, über ein Jahr, jetzt, um kurz nach 7 Uhr in der Frühe starten wir wieder durch. Norge vi kommer! God tur! Altbekannten Wege folgen wir auch in diesem Jahr wieder, eigentlich unspektakulär und müßig immer noch darüber zu schreiben. Aber es ist die Vorfreude auf die kommenden Wochen, die mich auch in diesem Jahr wieder zum Stift greifen lassen um Notizen zu verfassen. Der Tachometer zeigt einen Kilometerstand von 191788, es werden heute und in den nächsten Tagen noch so manche Kilometer dazu kommen. Unser heutiges Ziel liegt einmal mehr 852 Kilometer weit entfernt, auch in diesem Jahr ist es der Campingplatz in Frederikshavn. Nach über zwölfeinhalb Stunden ist dieser Platz erreicht. Es ist einfach eine öde und monotone Strecke ohne besondere Höhepunkte. Vielleicht liegt es daran, dass Norbert eine ganze Stunde im Wohnwagen geschlafen hat. Erst der frisch gebrühte Kaffee mit dem unverwechselbaren Duft brachte wieder Schwung in die müden Knochen und gab Kraft für die letzten Stunden der Fahrt. Dennoch, in Frederikshavn angekommen spürten wir beide die zurückgelegten Kilometer. Auch die Ankunft stellte sich wie immer dar: einchecken für eine Nacht, Wohnwagen abstellen und ausrichten, Strandspaziergang und sich für heute angekommen fühlen und danach nur noch die Horizontale. So haben wir es gemacht. Was mir sonst nur während der Heimreise passiert geschah jetzt schon: Gänsehaut und feuchte Augen und das Gefühl, endlich nach Hause zu fahren. Pünktlich wie immer legte die Stena Saga um 10 Uhr in Frederikshavn ab. Nach kurzer Erkundung - viel Neues gab es nicht zu entdecken - holten wir an der Minibank unser erstes norwegisches Geld und versorgten uns mit der obligatorischen Bordverpflegung in Form von M & M's für mich und Toblerone für Norbert. Kurz darauf bemerkte ich das Fehlen meiner Kamera. Wo war ich überall gewesen?, Wo hätte ich die Kamera, befestigt am Gurt des Rucksackes, den ich mit ein paar wenigen Utensilien für die Überfahrt gepackt hatte, das letzte Mal bewusst wahrgenommen? Vielleicht ein Diebstahl? Ich konzentrierte mich und verfolgte die Wege der letzten Minuten zurück: Geldautomat, Toilette, Duty-Free-Shop, Außendeck - überall nichts. Von vorn, diesmal fragten wir an der Kasse des Shops nach, wieder nichts außer dem Hinweis, eventuell mal an der Reception zu fragen. Genau das taten wir schließlich. Die Receptionsdame fragte mich zunächst wo ich denn überall schon gewesen wäre und so nannte ich ihr die entsprechenden Stellen an Bord des Schiffes, die wir in den letzten Minuten schon aufgesucht hatten. Siehe da, die Toilette war es, wo ich meine Kamera verloren habe und es gab tatsächlich ehrliche Finder, die die Kamera dann auch an der Reception abgegeben haben. Es war ja noch früh am Tag, die Überfahrt hatte ja gerade erst begonnen, so nahmen wir beide auf den Schreck ein Bier auf dem Sonnendeck. Bis zum Mittagsbuffet war noch ein wenig Zeit, wir vertrieben uns die Zeit und beobachteten einmal mehr die vielen Passagiere an Deck. Im Vergleich zur Überfahrt des letzten Jahres war es in diesem Jahr eher ruhig, vornehmlich ältere Leute fuhren mit uns nach Norwegen, die deutschen Touristen fielen dabei irgendwie immer auf: Markenoutdoorkleidung, grobe Wanderstiefel, Reiseführer immer griffbereit, Kameras oder Ferngläser geschultert. Wir waren zwar auf dem Weg nach Norge, dem Outdoorparadies schlechthin, aber auf dem Schiff war dieses Outfit jedenfalls oversized. Hätte nur noch gefehlt, dass am Buffet, wie immer großartig bestückt, das Fleisch oder der Fisch mit einem Jagdmesser geschnitten wird... Um jeglichen Verdacht im Vornherein auszuschließen, wir waren normal gekleidet! So wie wir pünktlich in Frederikshavn abgelegt haben, kamen wir auch pünktlich in Oslo an. Endlich zuhause! Wir hatten uns daheim dazu entschlossen auch in diesem Jahr unsere Freunde Andreas und Tatjana in Vanse im Süden des Landes zu besuchen, deshalb folgten wir der Europastraße 18 zunächst in Richtung Süden. Die Häfen im Süden des Landes wären sicher für den Besuch die bessere Wahl gewesen, wir hatten aber schon vor der Entscheidung unsere Freunde zu besuchen die Überfahrt nach Oslo mit der Stena-Line gebucht. So mussten wir halt den Umweg in Kauf nehmen und die Tour, die ursprünglich gegen den Uhrzeigersinn geplant war, verwerfen. Der Besuch ließ sich nur zum Beginn des Urlaubes durchführen, das hieß für uns von Oslo erst mal wieder zurück. Nach etwa einstündiger Fahrt hatte Norbert genug. Die Zeit war ja nun schon etwas fortgeschritten, hell zwar noch, aber wir wollten die Campingplatzsuche nun nicht noch weiter in die Länge ziehen. Daher bogen wir am Abzweig nach Horten von der E 18 ab, folgten der Beschilderung zum Løvøya-Camping und richteten uns dort für eine Nacht ein. Da wir schon am frühen Nachmittag in Vanse erwartet wurden, schliefen wir nicht so sehr lange und machten uns lieber wieder reiseklar für den Sprung in den Süden Norges. Wie gut kann ein Frühstück schmecken wenn man aus dem Fenster schaut und man weiß, dass man angekommen ist! Das Wetter war trocken, bewölkt zwar mit einzelnen Lücken, durch die die Sonne auch mal hindurch schien. Zur Weiterfahrt eigentlich gute Bedingungen und immerhin standen noch über 320 Kilometer an. Bald schon waren wir wieder auf der Europastraße 18 unterwegs, irgendwie so gar nicht traurig Abschied genommen zu haben von unserem ersten Stellplatz. Schön gelegen, mit einem kleinen Bootshafen aber für die durchreisenden Touristen mit mangelhaften Sanitäranlagen - Løvøya-Camping wird uns wohl das letzte Mal gesehen haben! Gegen 14 Uhr erreichten wir einmal wieder den uns schon aus anderen Jahren bekannten Familiencampingplatz Lomsesanden in Farsund. Vom Familiencamping war zu dieser Jahreszeit aber nun gar nichts mehr zu sehen. Nur ein paar wenige Touristen, der größte Teil davon aus Deutschland, verteilten sich auf dem großzügigen Areal des Campingplatzes. Wir installierten uns schnell auf einen der vielen freien Plätze, schließlich drängte die Zeit ein wenig. Wir schafften es tatsächlich zur verabredeten Zeit um 15 Uhr in Vanse bei Tatjana und Andreas zu erscheinen. Was für eine Freude! Über ein Jahr war es her, dass wir uns zum letzten Mal gesehen haben, ein paar mal haben wir zwar telefoniert, nun waren wir wieder hier und es kommt uns so vor, als ob es erst ein paar Tage her ist. Nichts hatte sich verändert, wir wurden wie gewohnt herzlich empfangen und lernten Andreas' Bruder nebst Familie kennen. Wenn sich alle gut verstehen ist es nicht schwer einen harmonischen und entspannten Nachmittag und Abend zu erleben. An einer langen Tafel sitzend erlebten wir einen schönes Essen im Kreis der Familien, wir unterhielten uns prächtig und bemerkten während dessen gar nicht, wie schnell die Stunden in's Land zogen. Zum Abend wurde es windig und es begann, zuerst ganz wenig, später auch heftig, zu regnen. Sogar ein kurzes Gewitter zog auf und legte die hügelige Landschaft der Halbinsel Lista in trübes Grau. Erst zu fortgeschrittener Stunde verabschiedeten wir uns wieder, leider, denn zu schnell geht ein solches Treffen vorbei und uns bleibt wieder nichts als die Erinnerung daran übrig. Vi ses neste år - so viel ist sicher! Zurück am Campingplatz mussten wir nun im Dunkeln feststellen, dass wir keinen Strom mehr hatten. Alles war Dunkel, kein Licht, keine Kühlung, keine Wasserpumpe. Norbert vermutete zunächst eine ausgefallene Sicherung campingplatzseitig - die in unserem Wohnwagen und die Thermosicherung an der Kabeltrommel waren noch intakt - daher zog er das Kabel nun etwa 50 Meter weiter bis an den nächsten Stromanschluss. Hier stand dann auch ein Wohnmobil, hell erleuchtet und auch an dieser Stromstelle angeschlossen, da musste es doch auch Strom für uns geben. Erneuter Versuch, immer noch nichts, immer noch alles finster im Wohnwagen. Es war uns zwar etwas peinlich nach 23 Uhr an an die Tür des Wohnmobils zu klopfen, doch wir wollten wissen wieso der Licht und Strom hatte und wir nicht. Es stellte sich aber schnell heraus, dass auch das Wohnmobil schon lange keinen Strom mehr aus der Steckdose bezog sondern nur noch autark über das eigene Bordnetz versorgt wurde. Die Batterie des Mobils zeigte am Kontrollpanel schon eine gewisse Entladung an, es musste also schon einige Zeit keinen Strom mehr auf dem Campingplatz geben. Trotz der vorgerückten Stunde alarmierten wir den Campingplatzwart, der dann auch bald erschien und uns auf die mangelhafte Elektrik des Platzes aufmerksam machte. Immer öfter bei Gewitter und Regen soff im sprichwörtlichen Sinne ein Trafo ab. Dieser musste nun reaktiviert werden. Alter Schwede, so ein Feuerwerk beim Einschalten des Trafos habe ich selten gesehen. Da glühten die überirdischen Stromleitungen, Funken sprühten aus dem Schaltkasten und man konnte den Strom fast schmecken. Aber wir hatten wieder Strom, das war uns zunächst am Wichtigsten. Ein Elektriker müsse sich die Sache bald mal ansehen - ich bezweifel fast, dass es noch in diesem Jahr sein wird, die Saison neigte sich schließlich dem Ende entgegen. Es macht Spaß in Norwegen wach zu werden, die Fenster zu öffnen und zu sehen, dass die Sonne scheint. Es war zwar nicht so wirklich sommerlich warm, es reichte aber aus um draußen zu frühstücken. Norbert ließ es sich mal wieder nicht nehmen. Der zog sich zunächst seine Badehose an und versuchte sich in den mir eindeutig zu kalten Fluten des Meeres als Schwimmer. Irgendwie sahen seine Schwimmbewegungen auch ziemlich hektisch aus, ich hatte nicht den Eindruck, dass er lange im Wasser bleiben würde und so bereitete ich das Frühstück weiter vor. Schon längst war der Tisch gedeckt als der Herr des Hauses sich bequemte, mit sichtlich geröteter Haut ob der Wassertemperatur, auch zum Frühstück zu erscheinen. Schon bald nach dem Frühstück räumten wir den Platz in Farsund wieder. Wir mussten unseres Umweges in den Süden wegen unsere Tour ein wenig umplanen, wir verfolgten nun unsere schon zuhause gesteckten Ziele und Etappen im Uhrzeigersinn. Eine Wanderung in der östlichen Hardangervidda sollte unser nächstes Vorhaben sein, nur mussten wir da erst mal hin kommen. An einem Tag und nachdem unser bisheriger Urlaub eigentlich nur Anreise war, eine ziemlich weite Strecke. Auch Norbert hatte nicht vor nur hinter dem Lenkrad zu sitzen und aufzupassen, dass sowohl dem Auto als auch dem Wohnwagen, aber auch uns nichts zustößt. Wir ließen es ruhig angehen, verfolgten größere und kleiner Straßen, gelangten bald in das Setesdal und dort ließen wir uns etwas oberhalb von Valle auf dem Flateland-Camping nieder. Den ganzen Tag über war es trocken, nicht immer sonnig, aber was uns hier erwartete war Weltuntergangsstimmung pur. Es goß aus Eimern und das gerade jetzt, wo wir uns mit dem Wohnwagen installieren wollten. Die Wiesen des weitläufigen Platzes direkt am Ufer des Flusses Otra standen sprichwörtlich unter Wasser und glucksten bei jedem Schritt. Aber egal, zunächst war es mal norwegischer Regen und so ließen wir uns die Laune nicht verderben. Trotzdem bekamen wir eine gehörige Portion des kühlen Nasses ab und als der Wohnwagen aufgebockt da stand waren wir schon mal gut nass geworden. Erst zum Abend beruhigte sich das Wetter wieder, so konnten wir wenigstens noch ein paar Schritte entlang des Flusses Otra unternehmen und uns die Beine vertreten. Der ostasiatischen Familie neben uns muss die Zeit unter den Fingern zerronnen sein denn schon früh machte sie sich lautstark bemerkbar. Vom regen Treiben geweckt beschlossen wir auch unseren Tag zu beginnen und aufzustehen. Es war kalt heute, das Thermometer zeigte nur 13° C an und in der Nacht waren es sogar nur gerade 6 °C. Die Heizung heute morgen war jedenfalls Pflicht. Jedenfalls waren die Wolken des gestriegen Tages zunächst verschwunden, blauer Himmel zeigte sich. Nur leider hatten wir davon nicht besonders viel. Unser Plan für heute sah die Weiterfahrt voraus, Stunden im Auto sitzend. Das ist zwar bei schönem Wetter auch besser als im Regen doch bewegen konnten wir uns zunächst noch nicht. Schon um 14:30 Uhr erreichten wir den Sandviken Campingplatz in Austbygdi am oberen Ende des Tinnsjø. Der Platz und die Lage dessen war so schön, da wollten wir gerne ein paar Tage bleiben. So machten wir uns zum ersten Mal in diesem Jahr die Mühe und bauten unser kleines Reisevorzelt auf. Bisher war unser Urlaub eigentlich nur Autofahrt und (An)Reise gewesen, nun hofften wir auf gutes Wetter für eine schöne Tour in der Hardangervidda. In Gedanken daran schmeckte uns das Ringnes Pilsner und die Wurst vom Grill vorzüglich. 30 NOK Maut - welch ein Hohn! Die Straße zum Mårvatn entlang des Kalhovdfjorden stellte sich als eine einzige Katastrophe heraus, die eigentlich höhergelegten Allradfahrzeugen vorbehalten bleiben sollte. Unser Volvo hatte hier drei mal Bodenberührung, worüber Norbert alles andere als begeistert war. Nur waren wir schon zu weit voran gekommen um wieder umzudrehen und unsere Tour entlang des Mårvatn abzubrechen. Mit viel Bedacht fuhren wir zur im Wanderführer beschriebenen Bootsanlegestelle Stegaros - von hier aus sollte uns ein Motorboot nach Mårbu bringen - um festzustellen, dass das Boot tatsächlich schon weg war und erst zum späten Abend eine erneute Abfahrt auf dem Plan stand. Nur, wir wollten jetzt wandern und diese Aktivität nicht auf die Nacht verlagern. Was tun? Wir beschlossen von Stegaros zurück zum Staudamm des Mårvatn zu fahren um von dort aus etwa die Hälfte des Weges nach Mårbu zu wandern um dann auf dem Weg von Mårbu kommend wieder zum Staudamm zurück zu kehren. Das Wetter der letzten Tage hatte hier deutliche Spuren hinterlassen, der Regen hatte den Boden in einen einzigen Sumpf verwandelt, durch den man nur großen Schrittes oder immer im Zick-Zack um die nassesten Stellen herum hindurch kam. Da war das Wandern direkt an der Uferlinie des nur halb gefüllten Mårvatn wesentlich einfacher. Wenn auch auf losem, steinigen Untergrund, hier kam man voran, was uns in der eher unspektakulären Umgebung der Vidda mit niederem Bewuchs eher nicht gelang. Ich habe meine eigene Meinung zur Hardangervidda. Man muss sie mögen, diese Kargheit, diese eher nur hügelige Hochebene, die so gar nicht das Bild von Norwegen widerspiegelt, das ich gewohnt war und das ich sehen wollte. Natürlich ist auch die Vidda ein Produkt der Eiszeit, sicherlich ist die Vidda auch nicht überall mit der Vidda hier am Mårvatn zu vergleichen, mir fehlten aber die Highlights, vor denen ich mit Andacht und Ehrfurcht stehe und ich mich so klein fühle. Nur der Gaustatoppen im Hintergrund macht deutlich, dass Norwegen mehr ist als nur die Hardangervidda. Wer es mag und eine unspektakuläre Wanderung unternehmen möchte, dem kann ich den Weg von Mårbu zurück nach Stegaros empfehlen. Mir persönlich hat schon die Anfahrt hierher die Lust auf diese Tour verhagelt. Schön zu wissen, dass wir uns in diesem Jahr noch so manche Touren vorgenommen haben, die sicherlich unsere Bedürfnisse an dieses Land mehr befriedigen werden als die Meter, die wir hier gegangen sind. Hardangervidda? - Nur wenn es unbedingt noch mal sein muss! Ein gewaltiger Sprung lag vor uns. Wir hatten beschlossen der Telemark und der Hardangervidda den Rücken zu kehren um dorthin zu gelangen, wo unserer beiden Herzen schlugen. Wir wollten in das Norwegen, das wir hier in der Telemark, am Tinnsjø, so sehr vermisst hatten. Wir wollten an die Fjorde, ins Gebirge, nach Luster am Sognefjord halt. Dort haben wir uns immer wohl gefühlt. Das liegt sicherlich auch an der familiären Umgebung auf dem Dalsøren-Camping und der Gewissheit, von dort aus schöne Unternehmungen machen zu können ohne jedesmal weiterziehen zu müssen. Schon in den letzten Jahren war Luster immer eine schöne Basisstation gewesen. Nach 460 Kilometern und langen Stunden im Auto erreichten wir Luster gerade noch im Hellen. Der Wohnwagen und das Vorzelt waren schnell aufgebaut, danach hatten wir den Abend für uns. In Luster war es zwischenzeitig still geworden. Die vielen kleinen Lichter hinter den Scheiben der Häuser strahlten eine heimelige Ruhe aus, auch auf dem Campingplatz hatten sich die wenigen Gäste zurück gezogen. Zur Feier des Tages und mit dem Gedanken daran hierher zurückgekommen zu sein, wo wir uns so wohl fühlten, beschlossen wir mit einer Flasche Sekt in der Beleuchtung unserer Benzinlaterne am Bootsanleger des Campingplatzes den Tag ausklingen zu lassen. Die Stille hier war überwältigend, nur das leise Plätschern der Wellen des Fjordes und das Fauchen der Benzinlaterne - kann ein Abend beschaulicher enden? Nichtstun und Entspannung pur. Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Erholung. Das Wetter zeigte sich durchwachsen, immer wieder tröpfelte es, ein Tag, an dem einfach mal keine Unternehmungen geplant waren. Das Auto hatte heute Schontag, wir bewegten es nicht einen Meter. Nur ein paar Schritte, ein kleiner Spaziergang durch Luster, der Blick auf den Fjord und zurück am Wohnwagen wieder ein gutes Buch, das ist es, was im Urlaub auch gehen sollte (wenn wir gewusst hätten, wie oft uns das noch im Urlaub bevor stand...). Einfach mal nichts tun und die Seele baumeln lassen. Kein strahlender Sonnenschein, der Himmel zeigte sich aber zunächst gar nicht so zugezogen. So beschlossen wir kurzerhand eine Tour ab Turtagrø, die als Panoramatour mit Aufstieg zur Vardanosi beschrieben wurde. Naja, eigentlich ist der Aufstieg zur Vardanosi nicht schwer, die Steilheit aber direkt ab den ersten Metern überraschte micht und strengte mich an. Ich hatte vor dem Urlaub noch mit einer Magen-Darm Infektion zu kämpfen, sollten die Nachwehen der Erkrankung hier noch zu spüren sein? Ich kam so gar nicht in Schwung und Norbert musste immer wieder auf mich warten. Saft- und kraftlos schleppte ich mich den Berg hinauf. Trotz der Anstrengungen, die Aussicht auf die umliegenden Berge, den Tindevegen, das Skagastøldalen, das Hotel in Turtagrø, die Berge des Hurrungane und den entfernten Rücken des Fannaråken wurde mit jedem Meter des Aufstieges beeindruckender. Noch bevor die Neigung des Berghanges etwas wanderfreundlicher wurde, galt es für uns erst mal einen Gebirgsbach zu überqueren. Norbert hatte mit zwei großen Schritten das Hindernis passiert, ich tat mich da ungleich schwerer aber mit Norberts Hilfe gelang mir die Furt des Baches ohne nennenswerte Probleme. Weiter schleppte ich mich den nun gemäßigt steilen Berg hinauf. Norbert erkannte meine Schwierigkeiten und fragte mich immer wieder ob ich abbrechen wollte. Gerne hätte ich das getan, wusste ich aber, dass Norbert sicherlich enttäuscht gewesen wäre. So stand ich ein wenig in der Zwickmühle. Weiter gehen auch auf die Gefahr der totalen Erschöpfung oder Abbrechen mit dem sicheren Schluss, dass Norbert ziemlich enttäuscht gewesen wäre. Ich entschied mich zu einem Kompromiss. Etwa 80 Höhenmeter unterhalb der Vardanosi erhob sich ein flacher Rücken von dem eine wunderbare Aussicht in die südlich von uns gelegene Bergwelt möglich war. Bis dahin wollte ich noch aufsteigen, dann sollte für mich Schluss sein. Ich hätte es Norbert frei gestellt weiter aufzusteigen, er lehnte es aber ab, hätte er doch auf gleichem Weg wieder absteigen müssen. So genossen wir vom "Vorgipfel" der Vardanosi die Aussicht, die leider nun gar nicht mehr so spektakulär war. Zwischenzeitig hatten die Wolken die Bergspitzen verhangen, nur die Aussicht in das Tal war noch einigermaßen ungetrübt. Zudem war es kühl geworden, hier oben saßen wir ziemlich exponiert und so war es bald Pflicht, den Fleece, den wir während des Aufstieges in den Rucksack verstaut hatten, wieder hervor zu holen. Nach dem Moment der Ruhe hier und den Fotos, die wir trotz der schlechteren Rundumsicht von hier geschossen haben, kehrten wir über gleichen Weg wieder zurück. Bergab war ich nicht zu bremsen, jetzt musste ich auf Norbert warten. Geschafft von den Erlebnissen des Tages kehrten wir zum Wohnwagen zurück. Es war eine Tour die wir leider auch nicht vollendeten, dennoch, wir waren wieder unterwegs und haben das Land gesehen, so wie wir es lieben. Jeder Meter der Tour war es wert gegangen zu sein. Vielleicht habe ich mir gestern tatsächlich zuviel zugemutet. Meine Beine schmerzten und der Muskelkater machte mir heftig zu schaffen. Ich war da gar nicht böse drum, das Wetter war nun mittlerweile auch nicht mehr das, was man sich zum Wandern wünscht. Immer wieder zogen Regenwolken heran, immer wieder tröpfelte es mehr oder weniger heftig daraus. Ich hatte im Wohnwagen keine Langeweile, ein gutes Buch und auch der Fernseher vertrieben mir die Zeit. Norbert war da ganz anders gestrickt. Zunächst vertrieb er sich ebenso wie ich die Zeit mit lesen, zum Mittag hin wurde er aber zunehmend unruhiger. Immer wieder verließ er den Wohnwagen, spazierte auf dem Platz herum, verweilte am Bootssteg und kam dann mit dem Entschluss zurück, noch eine kleine Tour zur Alm Fuglesteg bei Fortun zu unternehmen. Ich hielt ihn nicht auf, war mir aber sicher, dass eine schöne Aussicht von der Anhöhe der Bergalm nur begrenzt möglich sei. Die Wolken versprachen jedenfalls keine gute Fernsicht. Anmerkung: Norbert dokumentiert seinen Spaziergang in der Galerie mit den Fotos Nr. 29 bis 32 Da geht doch noch was! Schon der Blick aus dem Wohnwagenfenster gleich nach dem Wachwerden erfreute uns. Das Wetter war zwar immer noch kein eitel Sonnenschein, wenigstens die ganz dicken Wolken hatten sich aber verzogen und es versprach auf unserer Tour in das Mørkridsdalen trocken zu bleiben. Gelangt man in das am Ende des Lustrafjordes gelegene Örtchen Skjolden kennen die meisten Touristen nur den Weg entlang des RV 55 hinauf zum Sognefjell. Dabei geht von Skjolden aus auch eine Straße in das Mørkridsdalen ab. Eine kleine und unscheinbare Straße führt einige Kilometer entlang des Flusses Mørkridselva bis zum Parkplatz Hødnevollen. Hier ist Schluss mit dem Auto, von nun an geht es nur noch per Pedes weiter zur Alm Dulsete. Der Fluss rauscht hier gewaltig durch das Tal, der Wald empfängt uns mit seinem satten Grün, die feuchte Erde riecht modrig und die Pflanzen hüllen uns in einen betörenden, immer wieder wechselnden Duft. Hinter jeder Wegbiegung entdecken wir Neues, so bemerken wir unser Fortkommen gar nicht. Der Weg ist hier so vielfältig, es macht einfach Spaß hier zu wandern. Leider hielt das Wetter sein Versprechen nicht, bald schon zogen wieder dichte, regenschwere Wolken in das Tal. Aber auch das tat der Szene keinen Abbruch, der Nebel über dem Tjørnaholet passte zur Situation. Die Alm Dulsete zeigte sich gänzlich geschlossen. Nicht die Wolken hatten hier alles dicht gemacht, es waren die Türen, die allesamt verschlossen waren. Die Alm lud uns trotzdem zu einer Rast ein. Immer dichter zogen die Wolken heran und kaum waren wir von der Lichtung, auf der die Alm Dulsete steht, wieder in den Wald verschwunden, begann es diesmal auch heftiger an zu regnen. Die Outdoorjacken erwiesen sich aber als die richtige Kleidung, der Regen konnte uns nicht wirklich viel anhaben und so genossen wir die Meter zurück. Im nachhinein betrachtet ist die Tour zur Dulsete ein Highlight, kaum beachtet aber dennoch landschaftlich reizvoll. Immer wieder gern und nur zu empfehlen! Schon gestern Abend hatten wir unseren Aufenthalt bei Thomas Dalsøren bezahlt, nur so konnte er wissen, dass wir heute zur Weiterreise aufbrechen wollten. Schon früh, wir waren zwar schon wach aber noch nicht aufgestanden, klopfte es am Wohnwagen. Überrascht öffneten wir die Tür und da stand Thomas mit einem liebevoll dekoriertem Frühstückstablett. Er wünschte uns guten Appetit und wir waren erst einmal sprachlos, bedankten uns dann aber rasch auf norwegisch. Das ist es, was uns immer wieder gern nach Luster kommen lässt. Es ist die familiäre Atmosphäre, die besonders herzliche Art gerade von Thomas Dalsøren sen. Es schmerzt diesen schönen Ort mit seinen lieben Menschen zu verlassen doch unser Urlaub ging weiter, wir wollten noch mehr erleben und hatten die Hoffnung am Nordrand des Jostedalsbreen, im Oldedalen auf dem Gryta-Camping, besseres Wetter zu haben als das es heute war. Es regnete mehr oder weniger heftig schon wieder die ganze Nacht, die Wiese war aufgeweicht und das Vorzelt wurde nass verstaut. In Gaupne erledigten wir noch ein paar kleine Einkäufe bevor es weiter ging zu unserem nächsten Aufenthaltsort. Mal sehen was das Wetter so in den nächsten Tagen bringt... Was soll ich zu diesem Tag schreiben? Es ist schön hier auf dem Gryta-Camping am Oldevatnet. Der Melkevollbreen im Hintergrund zieht sich publikumswirksam vom Ende des Oldedalens hinab in das Tal. Der Oldevatnet liegt grün direkt zu unseren Füßen, kleine Boote fahren darauf und Angler gehen ihrer Freizeitbeschäftigung nach. Das Problem nur, heute war von dieser schönen Szenerie rein gar nichts zu sehen. Es regnete, die Wiese stand hier mehr noch als in Luster unter Wasser, tiefe Nebelschwaden zogen über den See und verbargen die Berge und den Gletscher vollkommen. Ein Wetter zum Einigeln und Nichtstun. Alle anderen Aktivitäten wären einer Freiluftdusche gleichgekommen. Nur gut, dass wir unseren Fernseher mit auf die Reise genommen haben, da wird selbst das deutsche Nachmittagsprogramm zur perfekten Unterhaltung. Lediglich die Formel 1 Übertragung an diesem Tag sahen wir mit Spannung. Der dritte Tag Dauerregen. Warum waren wir hier her gekommen? Wir wollten doch Bergwandern am Kattanakken, wollten auf dem Berg Skåla übernachten und erst am nächsten Tag wieder absteigen. Aber bei diesem Wetter? Hier ging rein gar nichts. Selbst der Bummel durch Stryn fiel eher etwas hektisch aus, immer auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf. Lediglich unsere Seele haben wir befriedigen können. In einem Geschäft mit einer einladenden Auslage entdeckten wir zwei ausgesprochen schöne Kerzenhalter - die schmücken nun unseren Wohnzimmertisch. Zurück am Wohnwagen fiel Norbert die Decke auf den Kopf. Trotz des unaufhörlichen Regens machte er sich auf den Weg und spazierte noch zum Brenndalsbreen. Da hatte ich nun gar keine Lust zu, der Regen war mir zu viel und die tiefhängenden Wolken versprachen auch keine gute Sicht. Und genau so wie ich es erwartet habe kehrte Norbert nach einiger Zeit auch wieder zurück, klatschnass nämlich, aber zufrieden doch etwas mehr getan zu haben als ich bereit gewesen wäre. Anmerkung: Die Bilder vom Brenndalsbreen beschreibt Norbert in der Galerie von Nr. 45 bis 47. Neues entdecken - das ist die Devise für den heutigen Tag. Wir hatten genug vom Regen, vom zugezogenen Oldedalen mit wenig bis keiner Sicht auf die umliegenden Berge und Gletscher. Es regnet immer noch, so fiel der Abschied nicht besonders schwer. Schon gestern Abend haben wir unseren weiteren Weg geplant. Unabhängig voneinander bestimmten wir, der Wetterbericht sah dort nämlich gar nicht so schlecht aus, die Insel Runde als nächstes Ziel. Der Weg dorthin war zunächst noch regnerisch, weiter an der Küste lichtete sich der Himmel dann aber tatsächlich und es gelang uns sogar nach der Installation auf dem Goksøyr-Camping noch ein wenig draußen zu sitzen. Der Platz ist schon recht eigenwillig: ein schmaler Schotterstreifen mit Toilettencontainern, die wider Erwarten aber regelmäßig geputzt wurden und sauber waren, direkt hinter einer Kaimauer, hinter der das Wasser des Nordatlantik bei Flut anbrandete. Allein der Blick auf die direkt hinter dem Campingplatz aufragenden Steilfelsen der Insel und die Aussicht auf die Küstenlinie nach Ålesund rechtfertigt die Anreise über teils schmale Zuwege. Nun wollen wir hoffen das das Wetter morgen ebenso stabil bleibt wie heute nachmittag und sich wenigstens der Weg zu den Vogelfelsen, für die Runde berühmt ist, lohnt. Schon wieder war das Wetter eher bescheiden. Um den Tag wenigstens für uns zu nutzen beschlossen wir einen Ausflug nach Ålesund in das Aquarium dort. Schon die Fahrt von Runde nach Ålesund nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch, zumal auch eine Fjordfährfahrt von Hareid nach Sulesund dazwischen liegt. Erst zur Mittagszeit erreichten wir Ålesund. Die Stadt kannten wir schon flüchtig von unserem Besuch im Jahr 2004, bei der Fahrt längs hindurch entdeckten wir aber den außergewöhnlichen Baustil, für den Ålesund bekannt ist, und so nahmen wir uns nach dem Besuch im Atlanterhavsparken auch einen Bummel durch die vom Jugendstil geprägten Altstadt vor. Zunächst zog uns aber das Aquarium in seinen Bann. Besonders beeindruckend war dort das riesige Atlantikbecken. Eine Vielzahl der Fische, die sich vor Norwegens Küsten wohl fühlen, waren dort untergebracht. Vielleicht nicht in der Konzentration der Menge, hier wurde dem interessierten Besucher aber ein Durchschnitt der Vielfältigkeit der norwegischen Unterwasserflora und -fauna gezeigt. Publikumswirksam stieg noch ein Taucher in das Becken hinab. Durch die meterhohen Glaswände konnte man nun der Fütterung der Fische zusehen, besonders die Kinder hatten ihren Spaß. Besonders beeindruckend war für mich auch das Becken mit den Rochen. Wie ich es schon einmal vor Jahren in Belgien im Aquarium dort erlebt habe, ließen sich diese Wasserbewohner wohl gern streicheln. Immer wieder tauchten sie auf, trieben an der Wasseroberfläche und ließen sich gern an ihrer sandartigen Haut berühren. Ein immer wieder schönes Erlebnis, zumal die Tiere so gar keine Scheu zeigten. Zurück in der Innenstadt Ålesunds begaben wir uns auf Sightseeingtour. Schon 2004 haben wir die überaus schöne Lage der Stadt von der Aksla, dem Hausberg, sehen können, nun aber einmal in die andere Richtung zu schauen und dabei die wirklich attraktive Innenstadt zu sehen und bestaunen, das hatte was. Kleine Sunde, mit Brücken überspannt, liegen zwischen den Inseln, auf denen die Jugendstilstadt errichtet ist. Überall liegen Boote und Yachten festgemacht und hinterlassen ein Gefühl von Leichtigkeit obwohl hier alles, entgegen der norwegischen Baukultur, in Stein gebaut ist. Eine wirklich schöne Stadt, großstädtisch laut vielleicht aber gerade das macht den Reiz aus. Uns schmeckte das Softeis auf einer Bank auf der Apothekergata sitzend, das Leben fand vor uns statt, wir konnten dabei zusehen. Ein schöner Tag mit der Abwechslung, die nach den Tagen des Regens einfach nur gut tat. Des Abends, es war noch nicht dunkel, beschlossen wir doch noch zu den Vogelfelsen der Insel Runde aufzusteigen. Das Wetter zeigte sich zwar ganz anders als in Ålesund, doch es regnete wenigstens nicht. Junge, Junge, auch wenn der Weg auf die Insel hinauf gut ausgebaut und markiert ist, steil ist er dennoch. Schnell erreichten wir daher Betriebstemperatur, vielleicht auch etwas gehetzt stiegen wir weiter um dann, an der Felskante stehend wo eigentlich die Seevögel beherbergt sein sollten, festzustellen, dass von denen nichts zu sehen war. Nur weit draußen auf dem Meer flogen noch ein Paar Vögel umher, zu weit entfernt um sie zu fotografieren. Auch die Lichtverhältnisse ließen nun keine gescheiten Bilder mehr zu, es blieb daher nur der Rückzug zum Wohnwagen. Wir beschlossen aber auf dem Rückweg noch eine Tour hierher, sollte das Wetter morgen noch stabil sein... Wenn das Wetter doch immer so gewesen wäre wie heute morgen! Bei strahlendem Sonnenschein und nur wenig Wind machten wir, wie gestern Abend schon beschlossen, die Tour zu den Vogelfelsen. Auch wenn wir zunächst nicht wirklich wussten was uns dort erwartete, gestern waren die Vögel ja wohl ausgeflogen, genossen wir die Tour über die baumlosen Höhenzüge der Insel Runde. Immer wieder veränderte sich die Perspektive, mit jedem Meter des Aufstieges auf die nur etwas über 300 Meter hohen Erhebung im Atlantik wird die Aussicht auf diesen und die Küstenlinie besser. Einem kleinen Rundweg folgend erreichten wir bald den Raudenipa, einen Felsen, in und auf dem sich noch hunderte von Basstölpel aufhielten. Die Brutzeit war zwar vorbei, die Aufzucht der Jungtiere war aber noch im vollen Gang. Von oben war es hier einzigartig den Vögeln beim Flug zuzusehen. Mit ihren schwarzen Flügelspitzen erkennt man die Basstölpel gut und unterscheidet sie so von den hier auch noch lebende anderen Meeresvögeln. Es erschien uns fast so, als ob Raudenipa zu den höchsten Punkten der Insel Runde gehörte, wir konnten nämlich von hier aus komplett über die Insel schauen und genossen dabei auch den Blick auf die Küste, die Berge im Hinterland der Fylke Møre og Romsdal und den Nordatlantik. Wir haben einige Zeit den Vögeln beim Flug zugesehen, der Wind strich dabei durch unsere Haare, die Sonne wärmte, es war einfach ein Ort der Entspannung, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen. Lediglich unser für heute gestecktes Ziel, die Weiterfahrt nach Åndalsnes, durchkreuzte unsere Entspannung hier. So stiegen wir bald wieder von diesem schönen Punkt ab, kehrten zum Wohnwagen zurück und begaben uns auf die Weiterreise. Es ist zum Verzweifeln - schon wieder Regen! Wir stehen nun wieder in Åndalsnes. Nach einem Tipp aus dem Norwegen-Freunde-Forum haben wir uns in diesem Jahr für den Mjelva-Camping entschieden. Überaus schön gelegen mit dem Blick in das Isterdalen, an dessen Ende sich der Trollstig empor schraubt. Nur das Wetter passt mal wieder gar nicht zur Kulisse. Kann denn ein Urlaub nur darin bestehen immer wieder die Wetternachrichten zu studieren und darauf zu hoffen, dass sich die Wetterfrösche vielleicht doch noch einmal irren und das Wetter nun eben nicht dort schlecht ist, wo wir uns gerade aufhalten? Heute hatten wir jedenfalls kein Glück, es regnete den ganzen Tag mehr oder weniger kräftig. Lediglich einen kleinen Einkauf in Åndalsnes haben wir durchgeführt. Da es immer wieder zu Störungen des Fernsehbildes bei Regen gekommen ist, haben wir uns in einem Elektrofachgeschäft eine Abdeckung für unser LNB gekauft. Wenn schon sonst nichts geht, dann wollen wir wenigstens ohne Störung fernsehen und uns damit die Zeit vertreiben. Weiterhin beschäftigt uns das Wetter. Es regnet zwar nicht mehr so dauerhaft wie gestern, zum Wandern ist es uns aber nach wie vor zu instabil. Nach dem Frühstück beschlossen wir eine Autosightseeingtour. Schon im letzten Jahr fiel uns ein Touristenprospekt vom Aursjøvegen in die Hände. Ich weiß nicht einmal mehr warum wir diese Straße nicht schon im letzten Jahr gefahren sind, heute sollte sie aber unser Ziel sein. Die Fahrt nach Eresfjord, hier beginnt die Zufahrt zum Mardalsfossen und zum Aursjøvegen, verlief einmal mehr im Regen, erst bei der Einfahrt in das Eikesdalen wurde es wieder etwas besser. Die Wolken hatten sich hier im tiefen Trogtal wohl schon abgeregnet, dennoch versperrten sie die Sicht auf die sicherlich imposanten Berggipfel und steilen Hänge. Am Ende des Eikesdalsvatnet folgten wir dem Hinweis zum Mardalsfossen. Wenn wir schon mal hier sind wollen wir uns das Spektakel des zu den höchsten Wasserfällen Europas gehörenden Mardalsfossen auch ansehen, zumal wir auch das Glück hatten, dass es gerade nicht regnete. Ein etwa halbstündiger Fußmarsch führt uns durch dichten Wald immer näher an die Abbruchkante des Wasserfalles. Erst kurz vor Erreichen der Steilwand, von der die Wassermassen stürzen, mussten wir aber feststellen, dass es nicht möglich war den Mardalsfossen in seiner gesamten Höhe von über 650 Metern zu begutachten. Nur der Blick auf die untere Fallstufe blieb uns übrig, die Wolken verhingen aber auch den Rand derer bald und so sah es aus, als ob das Wasser direkt einer Wolke entspringen würde. Zudem führte der Mardalsfossen nur eine regulierte Wassermenge. Zwar immer noch mehr als eine Dusche, wir haben aber sicherlich schon wuchtigere Wasserfälle in Norwegen gesehen. Nur hatten die eben nicht die Höhe, die den Mardalsfossen so bekannt gemacht haben. Trotzdem, der Vettisfossen ist mit 275 Metern Fallhöhe und ohne Regulierung irgendwie beeindruckender! Die Straße zum Aursjøen wird nach dem Eikesdalsvatnet immer schmaler, irgendwann standen wir dann auch vor einer Mautstation hinter der die Schotterstraße hinauf begann. Erst mal war Norbert etwas skeptisch. Der Volvo hatte ja auf dem Weg zum Mårvatnet in der Hardangervidda auf der dortigen Schotterstraße diverse Bodenkontakte, noch einmal wollte Norbert das Auto nicht einer solchen Tortur aussetzen. Erst nach gutem Zureden, wir könnten ja auch wieder umkehren wenn der Verlauf der folgenden Straße zu problematisch werden würde, löste Norbert für 50 Kronen Maut das Ticket zur Einfahrt auf eine der abenteuerlichsten Straßen, die wir je in Norwegen gefahren sind. Steil, so steil, dass wir oft den Eindruck hatten nichts mehr als die Motorhaube und den Himmel zu sehen, schraubten wir uns Meter um Meter, Serpentine um Serpentine, höher. Mit jeder Windung wurde die Aussicht hinunter in das enge, von steilen Felswänden flankierte, Eikesdalen besser. Die Straße oder besser Piste wurde nun sehr schmal, gerade einmal zwei normale PKW hätten aneinander vorbei gepasst. Die Sicherung erschien mir auch etwas gewagt, nur morsche und zum Teil schon abgebrochene Holzpfähle trugen die zerbeulten Leitplanken, dahinter ging es steil hinunter. Nichts für Leute mit Höhenangst und Schwindelgefühlen. Weiter schraubte sich die Straße bergan, diesmal ist das sogar wörtlich zu nehmen. In einem Tunnel macht die Straße eine komplette Windung und erscheint einige Meter höher wieder am Berg. Erst danach wurde die Auffahrt etwas gemäßigter, wir hatten wohl den Höhenzug erreicht, auf dem sich der Aursjøvegen dem Aursjøen nähert. Hier waren es wieder die Wolken, die für eine außergewöhnliche Kulisse sorgten. Der Nebel hüllte alles um uns herum in ein weiches Licht, die Sonne dahinter war aber schon zu erahnen. Erst kurz vor dem beeindruckenden Aursjødammen lichteten sich die Wolken, die Sonne schien kräftig und so erlebten wir das Wasser des Sees fast tief blau gefärbt. Trotzdem war es hier oben nicht wirklich gemütlich, der Wind pfiff ordentlich, nur ein kurzer Stopp, schon ging es weiter. Der weitere Verlauf des Aursjøvegen ist bis auf die Abfahrt hinunter in das Litledalen nicht besonders spektakulär. Immer wieder passieren wir kleinere oder größere Seen, Flüsse rauschen aus den Berghängen herab und erst nach und nach senkt sich die Straße wieder dem Tal entgegen. Jetzt wird es wieder spannend, ebenso beeindruckend wie die Auffahrt stellt sich die Abfahrt dar. Schon weit von oben konnten wir die Windungen der Straße entlang des Berghanges bestaunen, tief im Tal mäandert ein kleiner Fluss, gespeist vom Wasser, das überall aus dem Hang fließt. Die Transportseilbahn und die Stromleitungen weisen uns den Weg hinab, immer wieder queren wir deren Verlauf. Erst ganz unten bemerken wir wieder die Nähe der Zivilisation. Unterwegs sind uns nur zwei, drei Autos begegnet, in der Talsohle sind es dann doch wieder mehr und schon bald entlässt uns das Litledalen nahe des Ortes Sunndalsøra. Rückblickend haben sich die 50 Kronen Maut gelohnt und die Angst um das Auto war gänzlich unbegründet. Der Aursjøvegen ist zwar eine Schotterstraße, die ist aber in sehr gutem Zustand, sieht man einmal von der fragwürdigen Absturzsicherung ab. Ja heut' ist Wandertag! - aber nicht für mich. Mir geht es nicht so gut, ich will Norbert aber nicht im Weg stehen. Der hat nämlich beschlossen von Åndalsnes aus, schließlich waren wir ja eigens dafür hierher gekommen, eine Bergtour zu gehen. Das Wetter zeigte sich heute dazu geeignet. Direkt vom Campingplatz aus hatten wir ja einen phantastischen Blick in das Isterdalen an dessen Ende sich neben Kongen und Dronniga auch der Bispen erhebt. Der Beschreibung aus unserem Wanderführer zufolge ist der Bispen eine einfache Bergtour, die sich Norbert nicht entgehen lassen wollte. So blieb ich allein zurück und wünschte Norbert nur gutes Gelingen und "God Tur". Anmerkung: Norbert hat eine spannende Geschichte zum Auf- und Abstieg zu erzählen. Die Bilder 76 bis 81 in der Galerie dokumentieren eine dramatische Tour. Regen, mal wieder! Die Wettervorhersage diverser Zeitschriften zeigten eigentlich nur gutes Wetter in einer Richtung an, die nach Osten an die schwedische Grenze. Das trifft sich doch hervorragend, wir wollten doch sowieso zum Femunden, warum dann also nicht das Nützliche mit dem Sinnvollen verbinden? Also, Wohnwagen angehängt und ab in den Osten. Schon während der Fahrt öffnete sich der Himmel um sich dann, unweit des Dovrefjell-Nationalparks, wieder zuzuziehen und uns unablässig mit dem Element Wasser zu versorgen. Konnten wir denn auch den norwegischen Wetterberichten nicht mal trauen? Es regnete zwischenzeitig derart heftig, dass ganze Straßenabschnitte auf dem Weg durch das Østerdalen unter Wasser standen. Wie soll das nur enden? Wir wollten uns doch auch am Femunden bewegen, hatte doch auch hier eine Wanderung geplant, aber bei dem Regen? Mal sehen was morgen wird, jetzt installieren wir uns erst mal auf dem Drevsø-Camping im gleichnamigen Ort unweit des Femunden. Ein bisschen Glück braucht der Mensch - wir hatten es heute! Es ist unser letzter Dienstag im Urlaub, das Wetter ist eigentlich ganz gut, was steht da einer Tour entlang des Sees Femunden entgegen? Wir machten uns gleich nach dem Frühstück auf nach Elgå, dem Startpunkt des schon 105 Jahre alten Schiffes Fæmund II. Das Schiff, ursprünglich für den Holzkohle-, Kupfererz und Baumstammtransport über den See konzipiert, befördert heute neben den alltäglichen Waren auch bis zu 100 Passagiere zu den einzelnen Anlegestellen und Höfen entlang des Sees, die auch heute noch keine Straßenanbindung haben. Wir wollten von Elgå bis nach Revlingen mitgenommen werden. Unser Glück bestand darin, dass es schon weit fortgeschritten im Jahr war und das Schiff nur noch an drei Tagen in der Woche unterwegs war. Einer der Tage war der Dienstag!!! Mit etwas Verspätung verließen wir mit einer Gruppe Jugendlicher - wahrscheinlich auf Klassenfahrt - den kleinen Ort Elgå. Die Fahrt über den Femunden hatte etwas besonderes, zwar sind die Berge hier nicht wesentlich höher als 1100 Meter, bedingt der Tastsache, dass der Femunden aber selbst schon auf über 660 Metern liegt sind die umliegenden Anhöhen eher mit sanften Hügeln zu vergleichen. Teils dicht bewaldet, teils kahles Hochfjell, hier war alles vertreten und genau hier wollten wir unsere letzte Tour von Revlingen zurück nach Elgå gehen. Nur für uns und noch zwei weitere Wanderer legte das Schiff in Revlingen an um gleich darauf die Reise über den 64 Kilometer langen Femunden fortzusetzen. Augenblicklich waren wir allein, nichts als Wald und hinter uns der See. Der Weg führte uns nun über eine Traktorspur weiter den Hang hinauf, der Wald wurde lichter und immer öfter sahen wir hier die freilebenden Rentiere der südlichsten Samenkolonie Norwegens. Bis auf wenige Meter kamen wir an die Rentiere heran, ihren Sicherheitsabstand kannten die aber besser als wir und so nahmen sie Reißaus wenn wir uns noch näher an sie heran pirschten. Erst an der Svukuriset Turisthytta, einer Hütte des DNT, verließen wir den eher langweiligen Traktorweg und bogen nun auf einen kleinen Pfad ab, der augenblicklich im dichten Kiefernwald verschwand. Die Fernsicht war hier eher mäßig, wir befanden uns ja schließlich im Wald, erst an den Ristjørnane, einer kleinen Seenplatte, lichtete sich der Wald wieder und entließ uns auf das schon erwähnte Hochfjell. Trotz der eher geringen topografischen Höhe, hier war die Sicht toll, die Wolken ließen auch noch den Blick über die Höhenzüge entlang des Femunden zu. Nun frischte aber der Wind auf, dichte Wolken zogen heran und verdeckten im Nu die Bergkuppen und der schon in der Ferne sichtbare Ort Elgå verschwand in den herannahenden Regenschwaden. So führte uns der restliche Weg, gut geschützt durch unsere Regenponchos, vom Regen begleitet nach Elgå zurück. Rückblickend war es dennoch eine schöne, wenn auch nicht sonderlich anspruchsvolle, Tour. Vor allem war es die erste und zugleich letzte Tour, die wir nach unseren Reiseführer von Beginn bis zum Schluss gegangen sind. Eigentlich hätte diese Tour unsere erste sein sollen, durch den spontanen Besuch bei unseren Freunden in Vanse im Süden Norwegens, veränderte sich auch unsere Reiserichtung und so war es hier die letzte Tour unseres diesjährigen Urlaubes. Wie sehr hätten wir uns das Wetter von heute am gestrigen Tag gewünscht. Egal, wir haben keinen Einfluss darauf und genießen heute bei gutem Wetter den Aufenthalt in Røros. Schon vor Jahren war Norbert einmal hier, erzählte aber nur noch vage, die Erinnerungen waren geschwunden und verlangten aufgefrischt zu werden. Hätten wir gewusst wie idyllisch Røros ist, wieviele Highlights und Sehenswürdigkeiten in der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Stadt des Bergbaus zu entdecken gewesen wären, wir hätten uns mehr nur als einen Nachmittag Zeit genommen. Die alten, liebevoll gepflegten Holzhäuser, die alles überragende, stilvolle Kirche, die ehemalige Schmelzhütte und die überall sichtbaren Abraumhalden, eine besondere Stadt mit besonderem Flair, den man erlebt haben muss. Leider ließ es die Zeit nicht mehr zu das Museeum in der Schmelzhütte zu besuchen, auch wären bestimmt noch Führungen in einem Besucherbergwerk möglich gewesen, hätten wir nur noch mehr Zeit mitgebracht. Aber eines sei gewiss, wir werden wiede kommen, im nächsten Jahr vielleicht schon, und dann werden wir mehr Zeit haben und uns nicht nur für ein paar zweifellos schöne Fotos hierher begeben. Røros ist es wert, es hat mir und uns gut gefallen hier. Norberts Erinnerungen haben wieder Form angenommen, werden aber beim nächsten Besuch weiter intensiviert... Bei strahlend blauem Himmel geht es heute zurück in Richtung Oslo. Wir müssen Abschied nehmen von Drevsjø, vom Femunden und der dortigen Marka. Unsere Uhr für Norwegen läuft morgen Abend ab und so ist es, ob wir wollen oder nicht, Zeit, so langsam in Richtung Süden aufzubrechen. Die Fahrt durch das Engerdal ist eigentlich nur Kilometer fressen. Im Winter mag hier mehr los sein, liegen doch gerade hier im Ostteil des Landes nahe der schwedischen Grenze die Skigebiete, die auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind und immer wieder beworben werden. Auf Geheiß lieber Bekannter aus Schwerte haben wir für die letzte Übernachtung zunächst den Villmarksporten-Camping in Løten angesteuert. So direkt am RV 3 gelegen schreckte uns der Platz aber dann doch ab und so beschlossen wir bis an den Mjøsa weiter zu fahren. Erst in Tangen, am Ufer eines kleinen Seitenarmes des Mjøsa, haben wir auf dem Tangenodden-Camping Platz für unser letztes Quartier bezogen. An sich ist der Platz ja ganz nett, bei Sonnenschein sieht doch alles gleich viel freundlicher aus, der Preis, der dabei für eine Übernachtung anstand, sprengte aber den Rahmen des bisher dagewesenen. 250.- NOK, das liegt bestimmt daran, dass es nicht mehr weit bis Oslo ist und der Mjøsa wohl schon zum Einzugsgebiet der Hauptstadt gehört. Trotz des Preises, wir haben den Nachmittag bei Sonnenschein genossen, haben uns ein (Sonnen)bad gegönnt und uns den Gedanken an die letzten Wochen hingegeben. Hätten wir doch nur immer so gutes Wetter gehabt in diesem Jahr... Schon gegen 12:30 Uhr erreichten wir mit unserem Gespann den Hafen von Oslo. Noch waren die Check-In-Schalter der Stenaline verschlossen. Wenn wir hier parken wollten mussten wir uns einen anderen Platz suchen. Gar nicht so einfach mit Wohnwagen hinten dran, lediglich ein großer Parkplatz nahe des DFDS-Terminals erlaubte uns gegen Gebühr dort zu stehen. Unbeschwert und ohne Sorge abgeschleppt zu werden besichtigten wir zunächst die neue Osloer Oper. Ein wahrlich schickes Gebäude. Den Einheimischen sowie den Touristen öffentlich zugängig, bietet es gerade vom Dach aus eine tolle Aussicht über den Hafen, den Fjord und die Stadt. Welch ein Getümmel, was für ein Verkehr. Oslo ist laut und die Luft ist bestimmt auch nicht das, was man von Norwegen gewohnt ist, trotzdem, wir stürzten uns hinein ins Gewühl und mischten uns unter das multikulturelle Volk. Wir hatten noch Zeit für eine kleine Sightseeingtour, der Bahnhof, die Karl-Johann-Gate, das königliche Schloss und zuletzt auch Aker Brygge mit dem Neubaugebiet Tyvholmen. Ganz ehrlich, die "normalen" Sehenswürdigkeiten Oslos sind schon beeindruckend, Tyvholmen haut einen aber regelrecht aus den Schuhen. Hier werden mit modernster Architektur Wohnungen und Büroräume hochgezogen, Mietpreise erreichen astronomisches Niveau und anstatt einer Garage fürs Auto werden Liegeplätze für die Yacht angeboten. Hier wohnt die Upper-Class, das aber stilvoll! Wir sind gespannt auf die weiteren baulichen Maßnahmen. Tyvholmen befindet sich noch im Aufbau, wir können daher wohl noch verschiedene Bauphasen erleben. Zurück am Wohnwagen hatten wir nun die Gelegenheit einzuchecken. Der Verladehof füllte sich immer mehr, wir blieben aber die einzigen mit Wohnwagen. Es ist immer wieder erschreckend, kaum biegt die Stena Saga um die Ecke, kaum legt sie rückwärts an der Landestelle an, schon macht sich Unruhe breit. Jeder will der erste sein, mir egal, ich würde gerne bleiben wollen. Tieftraurig ist es dann aber auch für uns bald soweit, wir werden hereingewunken und verschwinden in dem großen Schiffsbauch. Die letzten Minuten wollen genossen werden, schnell an Deck und die Sicht auf die Stadt genießen, die wir gerne auch im nächsten Jahr wieder als Start- und/oder Zielpunkt besuchen möchten. Dicke Abgaswolken stiegen aus dem Schornstein, langsam, fast nicht merklich, setzte sich das Schiff in Bewegung. Augenblicklich rollten wieder Tränen über mein Gesicht. Der Urlaub war sicher nicht der Beste, den wir in den letzten Jahren erlebt haben. Das Wetter ließ oft zu wünschen übrig, trotzdem fällt der Abschied schwer. Da half dann auch das Buffet am Abend nicht drüber weg und selbst der Kauf von Parfüm und schönen Acsessoires tröstet nicht über den Abschied. Es ist eigentlich wie immer. Pünktlich legt die Stena Saga in Frederikshavn an, wir fahren zeitig am Tag aus dem Schiffsbauch heraus und gönnen uns erst einmal ein Frühstück im Wohnwagen. Frisch gestärkt mit Toast und Kaffee geht es nun auf die letzte Etappe nach Hause. Es sind noch über 800 Kilometer bis dahin, trotz der langen Reise, trotz des vergangenen Urlaubes, ich freue mich darauf, erwarten uns doch auch unsere drei Katzen. Ohne nennenswerte Unterbrechungen und ohne Panne erreichen wir Soest. Wir stellen nach exakt 5468 Kilometern den Wohnwagen wieder vor unserer Tür ab und freuen uns darüber, ohne Schaden, weder am Auto noch am Wohnwagen, wieder nach Hause gefunden zu haben. Nur ein paar betrunkene Jugendliche verleideten uns in der Nacht die Ankunft. Sie zerschlugen ihre Bierflaschen am Wohnwagen und fügtem dem tiefe Beulen zu. Leider erwischten wir die Täter nicht, eine Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt verlief jedenfalls erfolglos. Wir hatten für den Schaden selbst aufzukommen, ein Schaden von 700 Euro!!! Ein nicht wirklich rühmlicher, vor allem aber kostspieliger Abschluss eines ansonsten harmonischen Urlaubes. Hier endet meine Aufzeichnung von einem Urlaub, der im Großen und Ganzen ganz in Ordnung war. Sicherlich hätten wir uns so manche Tour extra gewünscht, leider war es der Regen, der uns in diesem Jahr daran hinderte. Auch war meine Konstitution nicht wirklich dazu angetan, lange Touren zu gehen, daher kam mir, man möge es verzeihen, das Wetter eher gelegen. Nur um Norbert tut es mir ein wenig leid, der hatte sich nämlich auf so manche Tour gefreut, die aber sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist. Auf ein Neues, im nächsten Jahr unternehmen wir wieder eine Tour, zur besten Reisezeit im Juli, dann werden wir all das nachholen, was uns in diesem Jahr nicht vergönnt war. Allerdings, und das ist jetzt schon gewiss, die Internetseite wird sich verändern und ob dann noch Platz für ein Tagebuch ist wird sich zeigen. Vielen Dank für ihr und euer Interesse! Angelika aus Soest |
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